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Mai 2026

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Art: Single Malt
Land und Region: Schottland, Isle of Islay
Alter: Ohne Altersangabe
Alkoholgehalt: 52,6% Vol.
Fasstyp: Französiche Eichenfässer
Farbe: Intensives Gold
Whiskybase ID: 300981

Wir schreiben den Mai 2026, damit ist es wieder Zeit für eine neue Càirdeas Abfüllung von Laphroaig. Dieses Jahr ging die Abfüllung zum ersten Mal ohne Angabe des Fasstyps in den Verkauf. Lange ausgehalten hat Laphroaig die Geheimniskrämerei aber nicht, denn schon weniger als eine Woche nach dem Verkaufsstart wurden von offizieller Seite die Details veröffentlicht. Im Internet geisterten die Details ohnehin bereits seit einigen Woche umher. Zu einer möglichen Vorbelegung der Fässer wird nichts gesagt, weshalb davon auszugehen ist, dass es sich um frische Fässer („virgin oak“) handelt.

Ich bedanke mich bei Laphroaig für die kostenlose Probe! Meine Wertung wird dadurch natürlich nicht beeinflusst.

Nase

Ein kalter, phenolischer Rauch ist sofort spürbar. Es entstehen Assoziationen von erloschenem Lagerfeuer und kalter Asche. Aber dennoch kein typischer Laphroaig-Charakter. Er wirkt etwas verschlossen, die Aromen sind ziemlich komprimiert. Die Aromatik in der Nase ist zugleich süß und würzig. Der Rauch bleibt hinter diesen Eindrücken zunächst etwas auf der Strecke. Schnell wird klar, dass man es mit einem intensiven Fass zu tun hat, das in der Lage ist, den Brennerei-Charakter und den starken Rauch in den Hintergrund zu stellen. Die Süße kommt aus Richtung Honig, braunem Zucker und Crème brûlée. Bei den Früchten schwanke ich zwischen reifen gelben Früchten wie Aprikosen und dunkleren und intensiveren Kirschen. Auch holzige Eichennoten und ein Hauch von Getreide mischen sich darunter.

Geschmack

Auf der Zunge lässt er die Deckung fallen und zeigt sich klar als Laphroaig. Geschmacklich liegt er definitiv auf der süßen Seite mit Honig und braunem Zucker. Das Mundgefühl ist sehr dicht und voll und fast sirupartig. Die Früchte wirken jetzt eher dunkel. Kirschen fallen mir als erstes auf, dann folgen Waldbeeren und Zwetschgen. Die Eiche schiebt sich nach vorne und bringt dezente Gewürznoten und Gebäck. Die süßen Früchte halten gut dagegen und vermischen sich gut mit den anderen Eindrücken. Hinten im Mund wird es nach ein paar Sekunden zartbitter.

Abgang

Die französische Eiche rückt zusammen mit dem Rauch zunächst in den Vordergrund. Es bleibt aber erstaunlich süß und fruchtig im Mund. Vor allem die Kirschen klingen relativ lange nach. Tatsächlich muss ich sagen, dass ich selten einen so süßen Malt im Abgang probiert habe. Und das bei einem relativ langen Abgang. Es bildet sich eine angenehme Mischung aus Rauch, Eiche und süßen Früchten, die man nach dem Schlucken noch eine Weile genießen kann.

Fazit

Ein interessanter Malt. In der Nase versucht er noch etwas seine Herkunft zu verschleiern, outet sich aber dann auf der Zunge als typischer Laphroaig, wobei der Rauch überraschend gut eingebunden ist. Generell ergibt sich aus dem Torf, der Eiche und den intensiven Früchten eine überraschend ausgewogene Mischung, die trotz manchen Ecken und Kanten irgendwie harmoniert. Auf der Webseite der Destillerie wird er als Whisky, der “vertraut und zugleich neu wirkt” beschrieben. Ich würde sagen, diese Beschreibung trifft es ziemlich genau.

Wertung: 8,8 / 10