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Tasting Notes

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Art: Single Malt
Land und Region: Schottland, Lowlands
Alter: Ohne Altersangabe (etwa drei Jahre)
Alkoholgehalt: 46% Vol.
Fasstyp: First Fill Ex-Bourbon, STR-Barrique und Ex-Oloroso Sherryfässer
Farbe: Helles Gold
Whiskybase ID: 214264

Nase

Er startet überraschend würzig mit deutlichen Kräuternoten, würziger Eiche und weißem Pfeffer. Nach ein paar Sekunden scheint eine leichte Süße mit Vanille durch. Hinzu kommt Getreide und Malz, sowie Zitrusfrüchte (hauptsächlich Orangen und Mandarinen), sowie ein Hauch von Aprikosen. Nach dem ersten Probieren kippt der Geruch etwas in Richtung des Sherrys und des Weins mit einer säuerlichen Trockenheit und Spuren von Trockenfrüchten und Walderdbeeren. Anschließend sind die Bourbonaromen und Aprikosen wieder stärker – ein ständiger Wechsel der Fasseinflüsse.

Geschmack

Auf der Zunge ist er viel süßer als in der Nase mit deutlichen Feigen und Pflaumen. Die Zitrusfrüchte werden hier eher in den Hintergrund gedrängt. Die Früchte dominieren, auch Aprikosen kommen hinzu. Dann wird es etwas würziger und leicht bitter. Mandeln, Süßgebäck und Vanille kommen durch. Trotz der Bitterkeit kann ich erst nach mehrfachem Probieren wahrnehmbare Eichennoten entdecken.

Abgang

Der Abgang ist süß mit Marzipan, sowie süßen Früchten und auch leicht säuerlichen Zitrusfrüchten. Die zarte Bitterkeit der Eiche kommt, ebenfalls ein Hauch von Eichennoten. Der Marzipan verbleibt lange und erinnert mich zusammen mit der Bitterkeit an Marzipankugeln, die durch Backkakao gerollt wurden. Die Bitterkeit hält sich in dem mittellangen Abgang am längsten.

Fazit

Durch eine interessante Fasswahl bekommt dieser junge Malt eine ganze Menge verschiedener Aromen. Vor allem in der Nase spielen die verschiedenen Fässer toll zusammen mit ständig wechselnden Eindrücken. Auf der Zunge gefallen mir die unterschiedlichen Früchte sehr gut. Für meinen Geschmack ist die Bitterkeit der Fässer aber fast schon etwas zu viel des Guten. Der Abgang ist aufgrund des jungen Alters ebenfalls etwas eindimensional. Potenzial ist allerdings reichlich vorhanden!

Wertung: 8,5 / 10

Art: Single Malt
Land und Region: Schottland, Speyside
Alter: 18 Jahre
Alkoholgehalt: 40% Vol.
Fasstyp: Ex-Bourbon und Ex-Oloroso Sherryfässer
Farbe: Bernstein
Whiskybase ID: 75104

Nase

Die Nase ist leicht, deutlich süß und extrem fruchtig mit subtilen Zitrusnoten, Pfirsich-Maracuja, roten Beeren (vor allem Walderdbeeren). Dann kommt ein deutlicher Geruch von Aprikosen durch, der mich schon fast an Marillenlikör erinnert. Nach ein paar Minuten und spätestens nach dem ersten Probieren kommt Karamell hinzu, sowie eine leichte Würze der Fässer. Eichennoten sind bestenfalls zu erahnen.

Geschmack

Im Mund breitet er sich sehr weich aus und bringt wieder eine deutliche Süße. Hier werde ich hauptsächlich an Birnen bzw. Birnenbrand erinnert. Dazu kommen eine schwache Zitrusnote und reife Äpfel. Die Eiche ist hier etwas präsenter als in der Nase, ich werde an Lakritz erinnert. Bittere Noten kann ich nicht finden, das Mundgefühl bleibt die ganze Zeit über süß.

Abgang

Es bleibt süß mit Mandelgebäck, Butterkeksen und deutlichem Zimt. Die Vanille wird etwas stärker, trotzdem bleibt der Grundcharakter fruchtig. Es kommen Zitrusfrüchte und rote Beeren durch. Der Abgang ist etwa mittellang, die Zitrusfrüchte halten sich am längsten. Die Süße geht mit der Zeit etwas zurück, ohne dass das Mundgefühl trocken wird. Die Eiche kann sich auch im Abgang nicht richtig durchsetzen.

Fazit

Die Nase überzeugt mich mit tollen Fruchtnoten, im Mund und im Abgang ist er leider etwas zu schwach. Das mag vor allem an dem niedrigen Alkoholgehalt liegen. Ein paar Prozent mehr würden ihm sehr wahrscheinlich eine sehr interessante Intensität verleihen. Trotzdem hat er mir ganz gut gefallen. Man richtet sich hier aber eindeutig eher an Whisky-Einsteiger und gelegentliche Genießer, als an „Nerds“.

Wertung: 8,5 / 10

Art: Single Malt
Land und Region: Schottland, Isle of Islay
Alter: 19 Jahre
Alkoholgehalt: 46,2% Vol.
Fasstyp: Ex-Oloroso Sherry und Amerikanische Eichenfässer
Farbe: Helles Gold
Whiskybase ID: 179473

Nase

Wie zu erwarten startet er mit deutlichem Torfrauch. Dieser ist allerdings nicht so dominant wie bei anderen Ardbeg Abfüllungen, sondern eher angenehm weich und gut eingebunden. Vom Charakter her ist er speckig mit Noten von Räucherschinken. Hinzu kommen maritime Eindrücke und ein leicht kühlendes Gefühl von Minze. Dagegen stehen reife Früchte wie Pfirsiche und Aprikosen mit einem leicht exotischen Touch, sowie Karamell und Vanille. Das Aroma hat süße Anklänge, ohne jedoch vollständig süß zu sein. Komplementiert wird die Süße durch ein leicht saures Aroma mit einem Hauch von Zitrusfrüchten. Auch die Eiche ist im Hintergrund zu spüren, allerdings sehr schwach und so eng mit den Zitrusfrüchten und dem Rauch verwoben, dass sie als einzelnes Aroma fast untergeht. Sherrynoten kann ich nicht finden.

Geschmack

Auf der Zunge geht es ebenfalls mit speckigem Rauch los, der allerdings etwas phenolischer als in der Nase ist. Das Mundgefühl ist erst süß mit Orangen, verschiebt sich dann in Richtung sauren Zitrusfrüchten. Die Eiche ist bereits kurz nach dem Antritt präsent und bringt eine zartbittere Note, sowie etwas Pfeffer und Mandeln. Hinzu kommen eine Spur Vanille, sowie Kräuter.

Abgang

Im Abgang habe ich wieder angenehmer Torfrauch. Die Süße geht zurück, das Mundgefühl wird trockener. Die Eiche mit ihren zartbitteren Noten ist wieder präsent. Dazu kommt ein leicht kühlendes Gefühl von Minze und wieder Zitrusfrüchte. Gegen Ende wird es dann noch etwas würziger mit Paprikagewürz und Pfeffer, sowie Kräuterwiese und einer Spur von Hopfen.

Mit Wasser

Die Nase wird etwas süßer, die Früchte kommen deutlicher hervor. Der Rauch wird hingegen etwas schwächer. Auch im Mund treten die Früchte in den Vordergrund. Jetzt kann ich auch Pfirsiche und Aprikosen identifizieren. Die Eiche wird abgeschwächt und kommt etwas zeitverzögert. Im Abgang hält sich die Süße länger, es folgen deutliche Mandelnoten und Orangenmarzipan. Auch die Kräuternoten werden intensiver.

Fazit

Auch wenn mich seine Komplexität nicht unbedingt umhaut, ist dieser Traigh Bhan ein sehr leckerer Malt. Die Aromen sind sehr schön kombiniert, den Sherry sucht man allerdings vergeblich. Möglicherweise dienen die verwendeten Sherryfässer dafür, ihm seine dezenten Eichennote zu verleihen. Ein paar Tropfen Wasser machen ihn meiner Meinung nach noch etwas interessanter. Sein Preis (Stand September 2022 etwa 350€/Flasche) ist er aber nicht wert.

Wertung: 8,8 / 10

Art: Single Malt
Land und Region: Schottland, Isle of Skye
Alter: 18 Jahre
Alkoholgehalt: 45,8% Vol.
Fasstyp: Bourbon und Sherry
Farbe: Bernstein
Whiskybase ID: 152734

Nase

Ein angenehmes Aroma von Sherry und Torfrauch strömt in die Nase. Der Rauch ist kalt, wie von einem fast abgebrannten Lagerfeuer, sowie etwas maritim. Das Aroma ist relativ trocken mit Zitrus- (Zitronen und Orangen) und Trockenfrüchten. Die Zitrusnoten drängen die Trockenfrüchte mit der Zeit etwas zurück. Nach dem ersten Probieren wird der trockene Sherry schwächer, es wird deutlich süßer mit braunem Zucker, roten Äpfeln und Mandarinen. Auch der Rauch ist jetzt noch etwas subtiler, hinterlässt aber leicht kühlendes, maritimes Gefühl in der Nase. Ein Hauch von Eichenwürze ist im Hintergrund zu erahnen.

Geschmack

Sehr weich und ölig breitet sich der Malt im Mund aus. Es folgt angenehm sanfter Torfrauch, der jetzt auch leicht medizinische Anklänge hat. Auch die für Talisker typische Schärfe ist da, allerdings deutlich schwächer, als bei jüngeren Abfüllungen. Das Mundgefühl ist süß mit Orangen (oder Orangeat), Rosinen und Backpflaumen. Dann kommt die Eiche durch, bringt zartbittere Noten von dunkler Schokolade und zusammen mit den Trockenfrüchten eine Assoziation von Zwetschgenkuchen.

Abgang

Ich habe zunächst wieder die Zitrusfrüchte und das Gebäck, sowie eine ordentliche Portion Zimt. Miteinander vermischt erinnert mich das Ganze an Weihnachtsstollen. Der Rauch ist sehr gut eingebunden. Eine leichte Bitterkeit der Eiche kommt nach. Am Ende verbleibt der Rauch zusammen mit den Orangen. Der Abgang ist sehr lang und ebenso ölig-samtig, wie das Mundgefühl.

Fazit

Zugegeben, für sein Alter haut mich seine Komplexität nicht unbedingt vom Hocker. Aber Komplexität ist ja nicht das Einzige, was einen guten Malt ausmacht. Der 18-Jährige von Talisker ist sehr lecker und in seiner Komposition (Fassauswahl zusammen mit dem Rauch) absolut stimmig.  Zudem ist er noch einer der bezahlbareren volljährigen Malts aus Schottland.

Wertung: 8,7 / 10

Art: Single Malt
Land und Region: Schottland, Islay
Alter: 25 Jahre
Alkoholgehalt: 46,3% Vol.
Fasstyp: Ex-Sherry
Farbe: Bernstein
Whiskybase ID: 204444

Nase

Ein toller und komplexer Antritt in der Nase mit leicht muffigem Sherry, Eiche und erdigen Noten. Ich fühle mich wie im Dunnage Warehouse. Dunkle und getrocknete Früchte (Pflaumen und Rosinen) dominieren. Dahinter frische Orangen. Das Aroma ist anfangs nicht wirklich süß, aber süße Noten blitzen ab und zu auf. Die Eiche und der Sherry bringen Assoziationen von dunkler Schokolade und etwas Leder. Nach ein paar Minuten öffnet er sich dann deutlich. Das Aroma wird leichter und die Sherrynoten weniger schwer. Jetzt kommt auch eine deutliche Süße durch, sowie Apfelkompott, (Sauer-)Kirschen und Pfirsiche. Darüber liegen immer noch zarte Eichennoten. Ein leicht kühlendes Gefühl in der Nase lässt Assoziationen von Meeresluft zu. Nach dem ersten Probieren wird die Eiche etwas intensiver. Nach einiger Zeit wird das Aroma dann wieder süßer. Ein interessanter Wechsel.

Geschmack

Auf der Zunge ist er sehr intensiv mit einer ordentlichen Portion frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer. Sonst ist der Geschmack sehr süß mit viel Sherry. Der Mix aus Sherry und Eiche bringt Rosinen, Kirschkuchen, rote bzw. dunkle Beeren und Schokolade. Die Beeren lassen sich nicht so einfach zuordnen, gehen aber etwas in Richtung Himbeeren und Brombeeren. Süße dominiert eindeutig, die Eiche hat Schwierigkeiten sich durchzusetzen. Nach ein paar Sekunden kommt dann noch ein Geschmack von süßem Marzipan durch.  

Abgang

Der Abgang ist samtig weich, süß und wärmend mit Mandeln und Marzipan. Dann kommt ein Hauch zartbittere Eiche. Die Süße hält sich überraschend lang, ohne trockener zu werden. Später kommen Vanille, Kirschtorte und Beerenfrüchte dazu. Der Geschmack hält sich gefühlt ewig. Ich habe selten so einen langen Abgang erlebt.

Mit Wasser

Mit zwei Tropfen Wasser wird er in der Nase gefühlt etwas süßer. Das Aroma erinnert mich zusätzlich an Sägespäne von frischem Holz. Die Pfirsiche kommen etwas mehr zur Geltung. Auf der Zunge ist er weniger scharf, bleibt aber trotzdem intensiv. Auch der Abgang wird etwas süßer mit Vollmilchschokolade und einer subtilen Kräuternote.  

Fazit

Ein genialer Malt! Zunächst war ich skeptisch, weil er nicht fassstark abgefüllt wurde. Diese Entscheidung hat sich aber als völlig richtig erwiesen. Vor allem auf der Zunge ist er sehr intensiv, aber trotzdem elegant und reif. Das Alter bringt ihm eine tolle Komplexität mit einem tollen Wechselspiel der Aromen. Die Eiche ist sehr zart und für das Alter auch nicht zu bitter. Auch mit ein paar Tropfen Wasser sollte man durchaus mal experimentieren.

Wertung: 9,3 / 10

Land und Region: Schottland, Highlands
Alter: Ohne Altersangabe
Alkoholgehalt: 46% Vol.
Fasstyp: Ex-Bourbon
Farbe: Weißwein
Whiskybase ID: 99579

Nase

Zuerst steigt kalter, leicht medizinischer Torfrauch in die Nase. Dieses kühlende Gefühl weckt maritime Assoziationen von salziger Meeresluft. Der Rauch ist nicht besonders stark und lässt direkt weitere Aromen durch. Es kommen säuerliche Zitrusfrüchte und Birnen zum Vorschein. Dazu Vanille und ein Hauch von Gerstenmalz. Nach dem ersten Probieren wird das Aroma etwas süßer.

Geschmack

Zunächst ist er weich und süß, dann pfeffrig auf der Zunge. Wieder finde ich Birnen und saure Zitrusfrüchte. Diese Säure komplementiert die anfangs dominante Süße. Hinzu kommen Süßgebäck und ein Hauch von Eiche. Der Rauch ist schön eingebunden. 

Abgang

Die Süße kommt zurück, ebenfalls die Säure der Zitrusfrüchte. Zarter Torfrauch breitet sich im Rauchen aus, dazu wieder Süßgebäck. Gegen Ende kommt dann die Eiche etwas stärker durch und bringt ein subtiles, zartbitteres Gefühl.

Fazit

Ein junger Wilder, der aufgrund seiner Jugend noch relativ wenig Komplexität aufgebaut hat. Das macht ihn relativ unkompliziert zu genießen, auch für Personen, die sonst nicht so viel mit rauchigen Malts anfangen können. Durch seine jugendlichen Ecken und Kanten macht er aber trotzdem Spaß.

Wertung: 8,4 / 10

Art: Single Malt
Land und Region: Schottland, Islay
Alter: 16-17 Jahre (2005/2022)
Alkoholgehalt: 54,9% Vol.
Fasstyp: Rum
Farbe: Gold
Whiskybase ID: 216284

Nase

Das Aroma ist anfangs sehr weich und etwas verschlossen. Dagegen steht eine leicht scharfe Alkoholnote. Nach kurzer Zeit drückt sich eine deutliche Süße durch, ergänzt von vielfältigen Fruchtnoten. Auf der einen Seite finde ich Zitrusfrüchte und Pfirsiche, auf der anderen Seite auch exotische Früchte, wie etwa Ananas. Das Fruchtaroma ist leicht floral. Während der Alkohol mit der Zeit verfliegt, kommt eine subtile Würze der Eiche durch. Einen typischen Geruch nach Rum finde ich nicht, jedoch deutliche Vanille- und Karamellnoten. In einer Blindverkostung hätte ich eher auf ein Bourbonfass getippt.

Geschmack

Der ist Antritt intensiv und sehr süß mit Karamell. Das Prickeln auf der Zungenspitze könnte alkoholbedingt sein, wirkt allerdings auch etwas pfeffrig. Das Mundgefühl wird relativ schnell trockener und leicht adstringierend. Zitrusfrüchte sind sehr deutlich und ergänzen die Palette um eine säuerliche Komponente. Hinten auf der Zunge breitet sich nach ein paar Sekunden eine zarte Bitterkeit der Eiche aus.

Abgang

Der Abgang ist trocken mit zartbitterer Eiche und Karamell. Er hält sich relativ lange. Nachdem die meisten Eindrücke bereits verschwunden sind, kommt nochmal eine subtile fruchtige Note hervor, die mich an Himbeeren erinnert.

Mit Wasser

Noch weicher in der Nase, die Früchte stechen deutlicher hervor. Auf der Zunge ist er nun ebenfalls weicher und deutlich süßer als unverdünnt. Die Süße halt sich länger, die Adstringenz bleibt aus. Die Früchte aus der Nase sind wieder sehr intensiv, dazu kommt Marzipan. Im Abgang ist er jetzt ebenfalls süß mit weißer Schokolade und Karamell.

Fazit

Eine ungewöhnlich Fassauswahl für Bunnahabhain, was durchaus gelungen ist. Der Brennereicharakter harmoniert sehr gut mit dem Rumfass. Wenn ich nicht gewusst hätte, um welches Fass es sich handelt, hätte ich definitiv auf Ex-Bourbon getippt, weil sich das Aromenprofil sehr mit Ex-Bourbon Abfüllungen überschneidet.

Wertung: 8,6 / 10

Art: Single Malt
Land und Region: Schottland, Speyside
Alter: Ohne Altersangabe
Alkoholgehalt: 60% Vol.
Fasstyp: Sherry
Farbe: Bernstein
Whiskybase ID: 10880

Nase

Trockener Sherry dominiert in der Nase. Dieser bringt leicht muffige und erdige Noten. Dazu kommt anfangs eine leicht stechende Alkoholnote, die aber für 60% Vol. Alkohol noch sehr gemäßigt ist. Nach ein paar Sekunden kommen Trockenfrüchte (Backpflaumen und Aprikosen) und Zitrusfrüchte durch, sowie Eiche. Die würzigen, leicht herben Eichennoten erinnern mich etwas an frisch geschlagenes Holz. Mit der Zeit intensiviert sich die Süße etwas, die Eiche und der trockene Sherry werden besser eingebunden. Das lässt nun Assoziationen von Bratäpfeln mit einem Hauch von Zimt zu.

Geschmack

Auf der Zunge kommt die volle Ladung Sherry, deutlich süßer als in der Nase. Der Alkohol prickelt etwas auf der Zungenspitze. Die Früchte sind im Vergleich zur Nase eher reif und frisch (Äpfel und Birnen), ergänzt durch Rosinen. Dann kommt die Eiche mit einer zartbitteren Note und Mandeln.

Abgang

Der Abgang ist süß mit Eiche und Zartbitterschokolade. Wieder kommen die Mandeln und Rosinen durch. Ein schönes, wärmendes Gefühl breitet sich im Rachen aus. Gegen Ende habe ich dann einen typischen Geschmack von Schokolade mit Rum-Traube-Nuss im Mund.

Mit Wasser

Mit Wasser wird das Aroma deutlich süßer in der Nase, dafür mit weniger schweren Sherrynoten. Die frischen Früchte verdrängen die Trockenfrüchte etwas. Im Mund ist der Antritt sehr weich und das Mundgefühl bis zum Abgang hin klebrig süß. Die zarte Bitterkeit der Eiche ist noch vorhanden, kommt aber etwas verzögert. 

Fazit

Eine leckere Sherrybombe ohne Altersangabe und zu einem vernünftigen Preis. Auch wenn man ihn durchaus in voller Stärke genießen kann, ist er vor allem mit etwas Wasser sehr zu empfehlen.

Wertung: 8,7 / 10

Art: Single Malt
Land und Region: Schottland, Islay
Destillerie: Bruichladdich
Alter: 9-10 Jahre (2011/2021)
Alkoholgehalt: 56,1% Vol.
Fasstyp: Ex-Bourbon und Finish in französischen Rotweinfässern
Farbe: Heller Bernstein
Whiskybase ID: 181477

Nase

Ein sehr intensiver Antritt in der Nase mit einer ordentlichen Portion kaltem, leicht medizinischem Torfrauch und Asche. Dahinter kommen schwere, süße Weinnoten zum Vorschein, die sich mit dem Rauch toll vereinigen. Gibt man ihm ein paar Minuten Zeit, wird das Aroma deutlich leichter. Der Rauch verfliegt etwas, auch die schweren Weinnoten treten etwas zurück, zugunsten der Bourbonfässer. Ich finde Karamell, Zitrusfrüchte, getrocknete Aprikosen und Pfirsiche. Dazu kommen würzige Eichennoten. Nach dem ersten Probieren empfinde ich das Aroma noch ein Stück weit süßer, fast sirupartig, mit braunem Zucker. Die Zitrusfrüchte kommen mir jetzt ebenfalls intensiver vor.

Geschmack

Wie Sirup verteilt sich der Malt im Mund. Das Mundgefühl ist klebrig süß mit einem deutlichen, leicht pfeffrigen Prickeln auf der Zunge. Auf der einen Seite habe ich, wie schon in der Nase, schwere Rotweinnoten, auf der anderen Seite wieder die Bourbonfässer mit süßen Zitrusfrüchten, Pfirsichen, und Aprikosen. Mit der Zeit kommen zartbittere Eichennoten hinzu, sowie Karamell und Marzipan. Der Rauch ist immer präsent, kommt aber gegen die intensiven Noten der Fässer nicht wirklich durch.

Abgang

Im Abgang ist die Süße fast nicht mehr vorhanden. Würzige Eiche, Marzipan und Rauch dominieren. Mit der Zeit wird es leicht bitter. Der Malt hält sich sehr lange im Rachen. Am Ende wird es nochmal ein bisschen fruchtiger und der Rauch hält sich von allem am längsten.

Mit Wasser

Immer noch sehr fruchtig in der Nase, allerdings weniger klebrig süß und etwas frischer. Das frische Gefühl erinnert mich an eine salzige Meeresbrise. Der Rauch ist wunderbar eingebunden. Auf der Zunge ist der Malt jetzt butterweich und süß, allerdings mit deutlich frischeren Früchten und weniger schweren Weinnoten. Der Abgang wird süßer, büßt allerdings etwas an Länge und Intensität ein.

Fazit

Wie von anderen Abfüllungen der Cask Exploration Serie von Port Charlotte gewohnt, erfolgte hier die Reifung und das Finish auf dem Punkt. Die unterschiedlichen Fässer zusammen mit dem typischen Port Charlotte Rauch ergeben eine tolle Mischung. Hier sollte man auch unbedingt mit ein paar Tropfen Wasser spielen.  

Wertung: 8,7 / 10

Art: Single Malt
Land und Region: Schottland, Speyside
Alter: 10 Jahre (2010/2021)
Alkoholgehalt: 46% Vol.
Fasstyp: First Fill Ex-Bourbon
Farbe: Weißwein
Whiskybase ID: 192058

Nase

Starker, phenolisch-medizinischer Torfrauch steht im Vordergrund. Dahinter kommen Zitrusfrüchte (Zitronen, Orangen, Mandarinen) zum Vorschein. Das Ganze ergibt eine interessante Mischung aus süßen und sauren Eindrücken. Mit der Zeit überwiegen allerdings die süßen Früchte. Dosenpfirsiche, Obstsalat mit leicht blumiger Note, Ananas und Zuckerwatte kommen durch. Eine richtige Fruchtbombe! Der Rauch, der anfangs noch sehr intensiv im Vordergrund stand, ist bereits nach kurzer Zeit sehr gut in die fruchtige Süße eingebunden. Nach dem Probieren finde ich vermehrt florale Noten, sowie Karamell, Haselnüsse und einen Hauch Eiche.

Geschmack

Der Antritt ist, wie auch die Nase, sehr süß mit einem intensiven Fruchtcocktail. Ich kann fast alle Früchte aus der Nase wiederfinden, ergänzt durch rote Äpfel und Birnen. Der Rauch bleibt von Anfang an hinter den süßen Früchten zurück. Die Konsistenz ist sehr sirupartig und ölig. Nach ein paar Sekunden kommt auch die Eiche wieder durch. Das Mundgefühl wird leicht bitter und von nussigen Noten ergänzt.

Abgang

Der Abgang ist zunächst süß und fruchtig mit einer Spur zartbitterer Eiche und Haselnüssen. Insgesamt sehr angenehm und etwa mittellang. Im Nachgang habe ich dann noch eine Spur von Orangen auf der Zunge.

Fazit

Ein geradliniger unkomplizierter, aber trotzdem sehr intensiver Malt. Bietet er auf den ersten Blick (bzw. Riecher) noch intensiver medizinischer Torfrauch, vereinigt dieser sich schon nach kurzer Zeit mit üppig süßen und fruchtigen (Bourbon-)Noten. Dadurch entsteht eine schöne Mischung der verschiedenen Aromen.

Wertung: 8,5 / 10