Category

Tasting Notes

Category

Art: Single Malt
Land: Schweden
Alter: Ohne Altersangabe
Alkoholgehalt: 46,1% Vol.
Fasstyp: Ex-Bourbon, Ex-Oloroso Sherry, frische Schwedische Eiche; teilweise Finish in Birkenweinfässern
Farbe: Heller Bernstein
Whiskybase ID: 178382

Tasting Notes

Der Antritt in der Nase ist angenehm süß mit einer leichten Alkoholnote. Diese verfliegt zum Glück relativ schnell. Die intensive Süße erinnert mich an braunen Zucker und Honig, und wird begleitet von Karamellbonbons, Toffee und Vanille. Dazu kommt eine süß-säuerliche Weinnote, die ich dem Birkenwein zuordnen würde. Ich habe zwar noch nie Birkenwein getrunken, aber für Sherry kommt sie mir etwas zu süß und zu leicht vor. Der Charakter geht eher in Richtung Sauternes. Diese Weinnote bringt Assoziationen von süßen (kandierten) Früchten, wie Äpfel, Birnen und Aprikosen. Dahinter versteckt sich ein Hauch Zitrusfrucht und Kräuternoten, die mit der Zeit intensiver werden. Diese Kräuter erinnern mich gepaart mit der deutlichen Süße an Salbei- und Ricolabonbons. Die Eiche hält sich eher im Hintergrund, wird nach dem ersten Probieren etwas stärker.

Auf der Zunge ist er angenehm weich und wie auch in der Nase sehr süß. Zunächst finde ich wieder Karamell und Vanille, sowie viele Früchte. Im Gegensatz zur Nase kommen die Zitrusfrüchte im Mund stärker hervor. Trotzdem kann ich auch die Äpfel, Birnen und Aprikosen wieder finden. Ebenso der Honig und die Kräuterbonbons. Die Eiche ist etwas intensiver als in der Nase und bringt eine zarte Bitterkeit, was mit den Kräuternoten super harmoniert. Etwas überrascht bin hingegen ich von einem leicht buttrigen Mundgefühl, dass mich etwas an Popcorn erinnert.

Auch im Abgang bleibt das Mundgefühl zunächst süß mit Vanille und Butterkeksen. Dann geht die Süße etwas zurück und es wird leicht bitter. Hinzu kommen wieder die Früchte, Kräuterbonbons, sowie Mandeln. Zusammen mit der zarten Bitterkeit bleibt ein Hauch Eiche zurück.

Fazit

Wer wagt, gewinnt! Mackmyra hat schön öfter gezeigt, dass sie gerne und auch erfolgreich mit exotischen Fasstypen experimentieren. Der Björksav ist von der Nase bis zum Abgang hin sehr geradlinig, aber trotzdem sehr gut gelungen und vor allem gefährlich süffig. Toll für den Sommer.

Wertung: 8,8 / 10

Art: Single Malt
Land und Region: Schottland, Isle of Islay
Alter: Ohne Altersangabe
Alkoholgehalt: 49,2% Vol.
Fasstyp: 75% Ex-Bourbon, 20% Ex-Sauternes und 5% Ex-Sherry
Farbe: Weißwein
Whiskybase ID: 198995

Tasting Notes

Medizinischer Torfrauch mit Teer und „Krankenhausnoten“ erschlägt alle anderen Aromen in der Nase zunächst völlig. Dahinter kommt nach kurzer Zeit eine leichte Süße zum Vorschein. Dann wird das Aroma überraschend sauer mit Zitronen und Limetten. Hinzu kommen Malz, Nüsse (Mandeln und Pistazien), sowie Vanille. Nach dem ersten Probieren wird es etwas leichter und süßer, der Rauch ist besser eingebunden und auch süße Zitrusfrüchte, Zitronencreme und Äpfel kann ich finden. Die Vanille wird etwas intensiver und Karamell, sowie ein Hauch Zuckerwatte kommen durch. Im Hintergrund finde ich eine ganz schwache Eichennote.

Der Antritt auf der Zunge ist kräftig, sowie leicht prickelnd und scharf (schwarzer Pfeffer oder Chili?). Der gesamte Mund wird sofort ausgefüllt. Der Rauch ist wieder deutlich präsent und direkt am Anfang bereits gut eingebunden. Die sauren Zitronen kommen ebenfalls sofort durch. Mit der Zeit wird das Mundgefühl etwas süßer und auch die Mandeln kann ich wieder finden. Beim zweiten Probieren kommt es mir viel süßer vor und die Säure entwickelt sich erst mit der Zeit – genau umgekehrt wie beim ersten Mal. Nach einigen Sekunden im Mund setzt eine deutliche bittere Note, allerdings ohne explizite Eichennoten, ein.

Im Abgang finde ich fast keine Süße mehr. Das Gefühl wird deutlich trockener mit einer leicht sauren Adstringenz. Der Rauch dominiert zusammen etwas Marzipan. Den Abgang würde ich als mittellang beschreiben, obwohl der Rauch noch viel länger als die anderen Noten zurückbleibt. Auch die Säure und die undefinierbare Bitterkeit bleiben relativ lange im Hals.

Fazit

Wie auch die erste Genesis-Abfüllung von Kilchoman trägt diese kein Alter, wobei ich aufgrund des geringen Fasseinflusses von einem sehr jungen Alter ausgehe. Die drei Hauptkomponenten des Geruchs- und Geschmacksprofils sind Rauch, Säure und Bitterkeit. Vor allem die Bitterkeit passt für mich aufgrund des allgemein geringen Fasseinflusses nicht so ganz ins Bild. Insgesamt fehlt es mir etwas an Komplexität und Balance, um den Malt wirklich zu mögen.  

Wertung: 7,9 / 10

Art: Single Malt
Land und Region: Schottland, Isle of Islay
Alter: Ohne Altersangabe (etwa 8 Jahre laut Personal vor Ort)
Alkoholgehalt: 52,2% Vol.
Fasstyp: First Fill Ex-Maker’s Mark Bourbonfässer
Farbe: Blassgeld/Weißwein
Whiskybase ID: 209611

Tasting Notes

Medizinischer Laphroaig-Rauch mit einer leichten Teer Note überdeckt anfangs alles. Typisch Laphroaig eben. Dann kommt eine leichte Süße hervor, die schwer zu identifizieren ist. Bevor ich sie richtig zuordnen kann, ist sie schon wieder weg und die Nase wird etwas sauer und fruchtig. Zitronen und Limetten stechen hervor. Nach ein paar Minuten (man sollte ihm etwas Zeit geben!), wird das Fruchtaroma floraler mit Bergamotte (Earl Grey Tee). Dadurch, dass der Torfrauch ein kühlendes Gefühl in der Nase zurücklässt, werde ich auch an Pfefferminze und Menthol Bonbons erinnert. Ein Hauch von Karamell und Eiche sind im Hintergrund zu erahnen. Nach dem ersten Probieren öffnet er sich etwas, der Rauch ist nicht mehr so dominant. Zu den Zitrusfrüchten kommen die typischen Bourbon-Noten wie Karamell und Vanille, sowie etwas Malz hinzu.

Auf der Zunge startet er überraschend weich. Von den 52,5% Alkohol ist fast nichts zu spüren. Der Rauch liegt wieder über allem, das allgemeine Mundgefühl ist zunächst süß mit Karamell. Wie schon in der Nase setzen sich die säuerlichen Zitrusfrüchte dann aber mehr und mehr durch. Ebenso die Minze. Bereits vor dem Schlucken kommt eine leichte Eichenwürze durch und hinten am Gaumen habe ich zartbittere Röstaromen.

Im Abgang geht die Süße relativ schnell zurück. Es wird würziger mit geröstetem Malz und Kaffeebohnen. Der Rauch ist wieder deutlich und bleibt lange zurück, während der Rest relativ schnell verblasst. Zum Ende hin verwandelt sich der medizinische Rauch etwas in erloschenes Lagerfeuer und Asche. Die Eiche bringt eine leichte Bitterkeit und ein leicht salziger Geschmack bleibt auf der Zunge zurück. Die Zitrusfrüchte melden sich kurz vor dem Ende ebenfalls noch einmal zu Wort.

Mit Wasser:

In der Nase intensivieren sich die Bourbonaromen etwas mehr. Vor allem die Vanille wird deutlicher spürbar. Sowohl in der Nase, als auch auf der Zunge und im Abgang treten die Früchte deutlicher hervor und neben den Zitrusfrüchten finde ich jetzt auch süße Früchte wie Birnen und Aprikosen. Eine schöne Ergänzung! Hier kann man durchaus mit ein paar Tropfen Wasser spielen.

Fazit

Ein solider Malt aus der Hause Laphroaig. Vor allem die Nase zeigt, wie gut „einfache“ Bourbonfässer mit dem Charakter der Destillerie harmonieren. Allerdings fehlt ihm etwas die Kraft und das gewisse Etwas, um aus der ohnehin schon sehr gut aufgestellten Range von Laphroaig hervorzustechen. Angesichts des Preises würde ich eher zu anderen Abfüllungen der Destillerie greifen.

Wertung: 8,5 / 10

Art: Single Malt
Land und Region: Schottland, Speyside
Alter: 8-9 Jahre (2012/2021)
Alkoholgehalt: 46% Vol.
Fasstyp: Frische Amerikanische Eiche
Farbe: Gold
Whiskybase ID: 196612

Tasting Notes

In der Nase ist er schön süß mit Karamell, Vanille und Honig. Sofort mischen sich auch würzige Noten darunter, wie geröstetes Malz, Schokocookies, gebrannte Mandeln, Kakaonibs und Haselnüsse. Dahinter kommen nach kurzer Zeit fruchtige Zitrusnoten und Apfelkompott zum Vorschein, die mit der Zeit intensiver werden. Komplementiert wird die fruchtige Süße von Eichennoten und weißem Pfeffer. Nach einiger Zeit verändern sich die Fruchtnoten etwas und ich kann ebenfalls Bananen finden.

Auf der Zunge startet er ebenso angenehm wie in der Nase und sehr süß. Wieder finde ich Karamell, Vanille und Honig. Dann kommt der Pfeffer durch, sowie krautige Noten. Die Zitrusfrüchte (Orangen) nehme ich süßer wahr, als in der Nase. Auch der Apfelkompott ist wieder präsent. Im Gegensatz zur Nase finde ich im Mund auch leicht säuerliche Beeren. Nach ein paar Sekunden im Mund kommen zartbittere Eichennoten und Milchschokolade hinzu.

Im Abgang geht die Süße langsam zurück, es wird trockener. Die Eiche intensiviert sich und bringt Röstaromen und dunkle Schokolade. Der Abgang ist lang und Gebäcknoten und Marzipan kommen hinzu. Die Äpfel und Zitrusfrüchte bleiben auf Zunge bis zum Ende zurück und bekommen zum Ende hin noch einen leicht tropischen Touch.

Fazit

Ein sehr interessanter Malt. Typischen süß-fruchtigen Noten stehen direkt am Anfang schon deutlich würzige Eichennoten gegenüber. Auch wenn für diese Abfüllung ausschließlich frische Eichenfässer verwendet wurden, finde ich keine bitteren, störenden Holznoten. Vor allem die Nase und der Abgang überzeugen mich mit den ständig wechselnden Eindrücken.

Wertung: 8,7 / 10

Art: Single Malt
Land und Region: Schottland, Lowlands
Alter: 3 Jahre
Alkoholgehalt: 59,2% Vol.
Fasstyp: 1st fill Bourbon (90%) und portugiesische Weinfässer (STR; 10%)
Farbe: Helles Gold
Whiskybase ID: 162281

Tasting Notes

Angenehm weich und süß ist der Start in der Nase. Der Alkohol ist überraschend gut eingebunden. Bourbonaromen stehen eindeutig im Vordergrund. Ich finde Karamell, Vanillepudding, Fudge und Toffee. Dazu kommt eine leicht frische Zitrusnote, die mich zusammen mit der Süße an Zitronenkuchen erinnert. Gibt man ihm ein paar Minuten mehr Zeit, mischen sich auch aromatische, leicht florale Fruchtnoten von Aprikosen und reifen Birnen dazu. Ergänzt wird das Ganze durch leicht würzige Gebäcknoten, die ich den STR-Fässern zuschreiben würde, sowie etwas Haselnuss-Vollmilchschokolade.

Auf der Zunge geht es zunächst ebenso weich und samtig los, dann setzt sich sehr schnell eine deutlich scharfe Alkoholnote auf der Zunge fest. Das Mundgefühl ist anfangs sirupartig süß mit Karamell und Vanille. Dann intensivieren sich die Früchte (Zitronen, Orangen, Birnen, grüne Äpfel und Aprikosen). Nach einigen Sekunden kommt schließlich die Eiche durch und bringt würzige und zartbittere Noten.

Im Abgang wird es zunächst noch einmal süß im Rachen, dann setzt sich die Eiche mit ihren zartbitteren Noten und Röstaromen durch. Das Mundgefühl wird deutlich trockener. Insgesamt ist der Abgang relativ lang und angenehm. Im Nachgang kommen dann wieder ganz zart die Vanille und Zitronen hervor.

Mit Wasser:

Mit etwas Wasser wirkt das Aroma in der Nase etwas geöffneter und intensiver. Bourbonnoten wechseln sich toll mit den Früchten ab. Auf der Zunge ist er deutlich angenehmer und schwankt zwischen sirupartiger Süße und säuerlichen Zitrusnoten. Im Abgang bleibt die Süße bis zum Ende hin präsent. Insgesamt wirkt er mit Wasser deutlich runder.

Fazit

Diese Abfüllung gibt einen tollen Einblick in die Kingsbarns-DNA. Trotz seines jungen Alters hat er bereits eine deutliche Komplexität aufgebaut. Ich freue mich auf ältere Abfüllungen der Destillerie. Unbedingt auch mit Wasser experimentieren!

Wertung: 8,6 / 10

Art: Single Malt
Land und Region: Schottland, Islay
Abfüller: Ian Macleod
Alter: Ohne Altersangabe
Alkoholgehalt: 48% Vol.
Fasstyp: Lagerung in Bourbon und Oloroso Sherryfässern, Finish in Sherryfässern
Farbe: Intensiver Bernstein
Whiskybase ID: 196554

Tasting Notes

In der Nase dominieren Rauch und Sherry. Das Aroma ist sehr intensiv, die 48% Vol. Alkohol passen super dazu. Der Rauch erinnert mich an Räucherspeck, Lagerfeuer und kalte Asche. Süße Eindrücke wechseln sich mit trockenen Sherrynoten ab. Zitrusfrüchte wie Zitronen, Limetten, Orangen und Grapefruits stechen hervor und werden durch Trockenfrüchte wie Rosinen und Bananen ergänzt. Dann kommen nussige Aromen, Malz und Getreide hinzu, sowie würzige Eichennoten und etwas Leder. Nach dem ersten Probieren intensivieren sich die Gewürze und ein deutlicher Geruch von frisch geschlagenem Eichenholz ergänzt das Aroma.

Auf der Zunge ist der Antritt ebenso intensiv und kraftvoll mit speckigem Torfrauch. Dieser wird von Zitrusfrüchten (Orangen und Zitronen) relativ schnell etwas zur Seite gedrängt. Das allgemeine Mundgefühl ist deutlich süßer als die Nase, mit deutlichen Honignoten. Nach einigen Sekunden entfaltet sich die würzige Kraft der Fässer. Ich finde Mandeln, weißer Pfeffer, Eiche und einen Hauch Muskatnuss.

Im Abgang ist zunächst wieder der Rauch mit Assoziationen von kaltem Lagerfeuer, Asche und etwas Speck im Vordergrund. Die Süße, die mich im Abgang etwas an Mozartkugeln erinnert, verblasst ziemlich schnell und macht Platz für Eiche und Gewürze. Ein leicht trockenes Gefühl, sowie eine leichte aber angenehme Bitterkeit verbleiben bis zum Ende.

Fazit

Der Name ist bei dieser Abfüllung Programm. Intensiver Sherry wechselt sich mit kräftigem Islay-Torfrauch (Südküste?) ab. Die 48% Vol. Alkohol tragen ebenfalls positiv zur Intensität bei. Vor allem für kalte Tage vor dem Kamin ist diese Abfüllung definitiv zu empfehlen.

Wertung: 8,6 / 10

Art: Single Malt
Land und Region: Schottland, Islay
Destillerie: Bunnahabhain
Abfüller: Signatory Vintage
Alter: 7 Jahre (2014/2021)
Alkoholgehalt: 46% Vol.
Fasstyp: Dechar/Rechar Hogsheads
Farbe: Intensives Gold
Whiskybase ID: 200535

Tasting Notes

Zunächst mit einem deutlichen Lagerfeuerrauch und Räucherspeck in der Nase. Beim ersten Eindruck richtig fleischig. Hinter dem Rauch verbirgt sich eine intensive Süße mit Karamell, einer ordentlichen Portion Malz, sowie Getreide und Vanille. Ergänzt wird das Ganze durch üppige Fruchtnoten von Orangen, Mirabellen, Ananas, Zitronen und Grapefruits. Auch die Eiche ist ebenfalls spürbar und bringt würzige Noten von frisch geschlagenem Holz. Eingehüllt in den Rauch drängen sich auch maritime Eindrücke von salziger Meeresluft auf.

Erwartungsgemäß steht auch auf der Zunge der Rauch direkt im Vordergrund. Hier allerdings weniger fleischig und sogar mit einem leicht medizinischen Anklang. Es folgt eine scharfe Pfeffer-/Chilinote, die den gesamten Mund ausfüllt. Nach ein paar Sekunden setzen sich Zitrusfrüchte (Zitronen und Orangen) durch, sowie eine intensive, sirupartige Süße. Malz und Getreide kann ich ebenfalls wieder finden. Dann wird es würziger mit Eiche, Mandeln und einem Hauch von Gewürzschrank. Die Süße geht zurück und der Geschmack wird bereits vor dem Abgang deutlich herber.

Im Abgang verblasst dann auch der letzte Rest der Süße. Es wird schnell trockener und die herben Noten der Eiche mit dunkler Schokolade und Nüssen intensivieren sich. Der Rauch liegt mit seiner Räuchernote über allem und verbleibt im Rachen auch nachdem die anderen Eindrücke verschwunden sind. Gegen Ende meine ich auch noch einen Hauch säuerlicher Zitrusfrüchte zu spüren.

Fazit

Ein netter Staoisha von Signatory. Er bringt genau das, was man von ihm erwartet: Kräftiger Islay-Rauch und Meer. Dazu eine schöne Kombination von süßen Früchten und einer kräftigen Portion Eiche.

Wertung: 8,4 / 10

Art: Single Malt
Land und Region: Schottland, Highlands
Alter: 5 Jahre (2014/2015/2016 – 2021)
Alkoholgehalt: 46,8% Vol.
Fasstyp: 65% Ex-Bourbon und 35% Ex-Sherryfässer (50% Fässer mit Peated Spirit)
Farbe: Gold
Whiskybase ID: 196431

Tasting Notes

Trocken-fruchtig und im ersten Moment etwas Sherry-lastig in der Nase. Darüber liegt ein Schleier von kühlendem, maritimem Rauch und salziger Meeresluft. Ich finde (angebrannten) Karamell und auch würzige Eiche ist gleich präsent. Das Aroma hat ebenfalls eine säuerliche Komponente von Zitrusfrüchten und Beeren (Brombeeren und Johannisbeeren). Gibt man ihm ein paar Minuten Zeit, öffnet er sich schließlich komplett und wird deutlich süßer. Jetzt habe ich süße Karamelltoffees, Äpfel, Birnen und Sirup in der Nase. Die Bourbonfässer setzen sich durch. Nach dem ersten Probieren wirkt das Aroma deutlich leichter als zu Beginn. Aromatische, süße Früchte (Pfirsiche) stechen hervor. Trotzdem bleibt die würzige Eiche präsent. Der Rauch kommt meines Empfindens nach mit der Zeit etwas mehr zur Geltung.

Mit einem starken Antritt geht es auf der Zunge los. Der Rauch ist sofort da und etwas speckig. Es folgt ein Wechselspiel zwischen süßen und sauren Früchten. Es kommen mir sowohl grüne, als auch rote Äpfel und ein süß-saurer Zitrus-Mix in den Sinn, sowie Ahoi-Brausepulver. Anschließend wird es würziger mit (Marzipan-)Gebäck, dunkler Schokolade und geröstetem Kaffee.

Der Abgang ist zunächst noch süß mit Marzipan, wird dann trockener mit deutlichen Eichennoten. Hinzu kommt dunkle Schokolade mit zunehmendem Kakaoanteil, je länger der Abgang dauert. Gegen Ende kommt schließlich der Rauch wieder etwas stärker hervor und wird von einem leicht sauren Gefühl begleitet.

Fazit

Trotz eines geringeren Anteils an Sherryfässern, ist der Einfluss des Sherrys anfangs sehr deutlich. Nach ein paar Minuten wendet sich allerdings das Blatt zu Gunsten der Bourbonfässer. Insgesamt ist er schön ausgewogen mit einem angenehm leichten, maritimen Rauch. Für sein Alter hat er überraschend kräftige Eichennoten.

Wertung: 8,4 / 10

Art: Single Malt
Land und Region: Schottland, Speyside
Alter: 10-11 Jahre (2010/2021)
Alkoholgehalt: 58,5% Vol.
Fasstyp: First Fill Ex-Bourbon und Ex-Oloroso Sherry
Farbe: Heller Bernstein
Whiskybase ID: 194126

Tasting Notes

Die 58,5% Alkohol sind in der Nase deutlich spürbar. Es folgt ein Fruchtcocktail verschiedener Beeren (Heidelbeeren, Himbeeren, Brombeeren) und leicht muffiger Sherry mit Assoziationen von alten Büchern und Leder. Dann wird es süßer und würziger mit Honig, geröstetem Getreide und Brot. Der zarte Benromach-Rauch hält sich dezent im Hintergrund und bringt subtile medizinische Noten. Nach einiger Zeit setzen sich Äpfel, Birnen, sowie würziges Früchtebrot und Müsliriegel durch. Nach dem ersten Probieren kommen dann noch zarte florale Noten hinzu.

Auch auf der Zunge ist der Alkohol zunächst deutlich zu spüren. Das Mundgefühl ist sehr intensiv und süß mit Zitrusfrüchten, Äpfeln, Birnen und Weingummis. Der Rauch hält sich als eine Assoziation von Röstaromen im Hintergrund. Dann kommen wieder Brot und Getreide durch, dazu würzige Eiche als interessanter Gegenpol zu den süßen Früchten.

Im Abgang bleiben die Äpfel und Birnen präsent, dazu eine deutliche Orangennote. Die Süße auf der Zunge weicht einer leichten Bitterkeit der Eiche, die Früchte bleiben am Ende zusammen mit einem Geschmack von Weihnachtsstollen zurück. Der Abgang ist sehr lang und angenehm.

Mit Wasser:

Mit ein paar Tropfen Wasser wird die Nase etwas leichter und frischer, ohne aber an Intensität zu verlieren. Ein Cocktail von süßen Früchten wie Orangen, Nektarinen, Äpfel, Birnen, Pfirsichen und Aprikosen dominiert. Im Hintergrund hält sich der muffige Sherry, der Rauch verblasst fast komplett. Auch das Mundgefühl wird durch Wasser deutlich weicher und süßer mit einer fast schon sirupartigen Konsistenz. Auch hier überwiegt der süße Obstsalat. Der Rauch und die Eiche kommen, die Röstaromen finde ich kaum mehr. Auch im Abgang hält sich die Süße jetzt deutlich länger. Eiche und Früchte halten sich toll die Waage. Noch ein paar Minuten nach dem Schlucken ist ein Geschmack von Lagerfeuer und Buchenholzrauch spürbar. 

Fazit

Der Malt hat für sein Alter eine enorme Komplexität. Ohne Wasser ist der Alkohol etwas stark, der Charakter passt mit seinem muffigen Sherry und Gebäck eher in die Winter- und Weihnachtszeit. Mit etwas Wasser verdünnt ist er deutlich angenehmer zu genießen und verwandelt sich mit seiner süßen, fast schon kaubaren Konsistenz und den Früchten in einen tollen Sommerwhisky. Absolut gelungen!

Wertung: 8,9 / 10

Land und Region: Schottland, Highlands
Alter: Ohne Altersangabe
Alkoholgehalt: 46% Vol.
Fasstyp: Ex-Bourbon und Ex-Oloroso Sherry
Farbe: Helles Gold
Whiskybase ID: 205726

Tasting Notes

Frisch und spritzig in der Nase mit einem leicht kühlenden Gefühl und einem leichtem Obstbrand-Aroma. Anfangs mit einem Hauch Sherry, der aber gleich wieder verfliegt. Der Charakter ist leicht süß, aber auch etwas säuerlich. Ich finde Orangen, Mandarinen und Pflaumen. Die Früchte werden mit der Zeit intensiver. Dazu kommt eine Karamell- und Popcorn-Note, sowie etwas Vanille. Nach einiger Zeit tritt der Sherry wieder deutlicher hervor, begleitet von würzigen Eichennoten und etwas Cappuccino.

Süß und sehr fruchtig startet er auf der Zunge. Der Mundgefühl ist ähnlich leicht und frisch wie die Nase, mit einem leichten Prickeln auf der Zunge. Die Früchte gehen in Richtung Orange, Mandarine, Pfirsiche und reife Äpfel. Nach ein paar Sekunden geht die Süße etwas zurück, es etwas trockener und die säuerlichen Zitrusfrüchte überwiegen. Auch das Fass zeigt sich schließlich und bringt leicht bittere Eichennoten.

Im Abgang kommt die Süße noch einmal stärker hervor, ebenfalls die Früchte. Nach kurzer Zeit verfliegen diese Eindrücke wieder, das trockene Mundgefühl und die leicht bittere Eiche, sowie Milchkaffee stehen im Vordergrund. Salzgebäck, Karamell und leichte Röstaromen ergänzen den Abgang.    

Fazit

Mit dem Aurora hat man einen jungen Wilden im Glas, der mit einem tollen fruchtigen Aroma und einer schönen Fasskombination überzeugt. Allerdings verraten seine „Bissigkeit“ auf der Zunge und sein relativ kurzer Abgang seine vermeintliche Jugend. Reichlich Potenzial für die folgenden Jahrgänge ist definitiv vorhanden.

Wertung: 8,3 / 10