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Tasting Notes

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Art: Single Malt
Land und Region: Schottland, Lowlands
Alter: Ohne Altersangabe (etwa drei Jahre)
Alkoholgehalt: 46% Vol.
Fasstyp: Ex-Oloroso Sherry Butts (Amerik. Eiche)
Farbe: Gold
Whiskybase ID: 168766

Nase

Der erste Eindruck ist fruchtig-herb und auch würzig mit deutlichen Eichennoten. Das generelle Aroma würde ich als trocken mit einem leicht süß-sauren Unterton beschreiben. Die herben Noten erinnern mich etwas an den Hopfen im Bier. Auf der fruchtigen Seit kommen mir Zitrusfrüchte (Zitronen und Limetten) in den Sinn. Der Sherry bringt Trockenfrüchte wie Rosinen und Backpflaumen. Wenn man ihm etwas Zeit gibt, bzw. spätestens nach dem ersten Probieren setzt sich die Süße etwas mehr durch. Die Fruchtpalette wird ergänzt von süßen Pfirsichen und Johannisbeeren. Gleichzeitig werden auch die Eichennoten intensiver.

Geschmack

Auf der Zunge ist der Antritt zunächst weich, bringt dann aber ein leicht scharfes Prickeln auf die Zungenspitze. Das Mundgefühl ist deutlich süßer als die Nase. Ich finde süße Früchte wie getrocknete Apfelringe und Aprikosen. Säuerliche Zitrusnoten stehen dieser Süße entgegen. Nach ein paar Sekunden drängt sich dann die Eiche etwas mehr hervor. Der Geschmack erinnert jetzt etwas an Vollmilchschokolade. Dazu eine leichte nussige Note, Marzipankugeln und ganz deutlich Zimt.

Abgang

Zunächst kommt noch die Süße durch, geht aber relativ schnell zurück. Ich finde wieder Zimtgebäck und Marzipankugeln. Die Eiche intensiviert sich und aus Vollmilchschokolade wird zunehmend zartbittere Haselnussschokolade. Für das Alter des Malts finde ich den Abgang verhältnismäßig lang. Gegen Ende habe ich dann noch einmal die Zitrusfrüchte auf der Zunge.

Fazit

In diesem Malt steckt durchaus Potenzial, auch wenn er aktuell noch etwas jung ist. Trotz des jungen Alters spart er aber nicht an Fasseinfluss und Eichennoten. Im Vergleich zu anderen Abfüllungen der Destillerie muss ich sagen, dass der Kingsbarns Spirit mit Bourbonfässern etwas besser harmoniert, als mit Sherry. Das wurde auch von Destillery Manager Peter Holroyd schon des Öfteren angemerkt. Ich bin trotzdem auf ältere Sherryfässer der Destillerie gespannt.

Wertung: 8,2 / 10

Art: Single Malt
Land und Region: Schottland, Highlands
Abfüller: Ian Macleod
Alter: Ohne Altersangabe
Alkoholgehalt: 62,3% Vol.
Fasstyp: Keine Angabe
Farbe: Gold
Whiskybase ID: 189097

Nase

Der erste Eindruck ist leicht muffig mit Sherrynoten und säuerlichen Zitrusfrüchten. Dazu auch direkt etwas würzige Eiche. Der Alkohol ist deutlich spürbar und erzeugt ein leicht kühlendes Gefühl in der Nase. Dann wird es deutlich süßer, fast schon sirup- bzw. likörartig. Insgesamt finde ich, er ist etwas verschlossen. Man sollte ihm auf jeden Fall genügend Zeit geben. Nach dem ersten Probieren ist das Aroma weniger schwer, dafür leichter und frischer. Ich finde jetzt auch helle, reife Früchte wie Mirabellen und Aprikosen. Auch die Würze des Fasses wird intensiver. Das erinnert mich etwas an typische „Gewürzschrank-Aromen“ wie Zimt und Muskat.

Geschmack

Der Antritt ist erwartungsgemäß kräftig und intensiv. Auch hier macht sich sofort der Alkohol bemerkbar und belegt die Zunge. Unverdünnt schon etwas grenzwertig. Dann kommen süße Weinnoten (Sherry?) mit dunklen, aber auch leicht säuerlichen Früchten wie Brombeeren und Erdbeeren hinzu. Das Mundgefühl ist, wie es sich in der Nase bereits angedeutet hat, sirupartig und klebrig süß – fast schon zum Kauen. Weingummis und auch ein wenig Kokosnuss kommen mir in den Sinn. Dann wird es deutlich würziger und sogar leicht bitter mit dunkler Schokolade.

Abgang

Zunächst noch leicht süß, dann kommen Weihnachtsgewürze und Eiche hinzu. Die Eiche zeigt sich überraschend leicht und nicht wirklich bitter werdend. Wieder finde ich die Weingummis und die dunkle Schokolade. Der Abgang ist etwa mittellang.

Mit Wasser

In der Nase ist der deutlich leichter und angenehm süß. Ich habe zwar immer noch ein kühlendes Gefühl in der Nase, aber nicht mehr so stechend. Auch auf der Zunge ist er jetzt viel angenehmer, aber trotzdem sehr intensiv. Zusätzlich zu den dunklen Beeren (jetzt auch Johannisbeeren) kommen die hellen Früchte aus der Nase, sowie leicht säuerliche Zitrusnoten. Die Konsistenz ist immer noch sehr ölig. Im Abgang hält sich die Süße nun etwas länger. Die verschiedenen Früchte harmonieren sehr gut miteinander. Zum Ende hin klingt dann ein Hauch Eiche zusammen mit Erdbeeren nach.  

Fazit

Ein netter, unkomplizierter Malt zu einem vernünftigen Preis. Unverdünnt ist mir der Alkohol zu stark – er verträgt viel Wasser. Anhand der öligen Konsistenz hätte ich auf die Clynelish Destillerie getippt. Was das Fass angeht, vermute ich ein Sherryfass. Da die Sherrynoten aber nicht so dominant sind, handelt es sich wahrscheinlich um ein Refill-Fass. Alles in allem ist die Abfüllung gut gelungen.

Wertung: 8,5 / 10

Art: Single Malt
Land: Schweden
Alter: Ohne Altersangabe
Alkoholgehalt: 46,1% Vol.
Fasstyp: Ex-Bourbon, Ex-Oloroso Sherry, frische Schwedische Eiche; teilweise Finish in Birkenweinfässern
Farbe: Heller Bernstein
Whiskybase ID: 178382

Nase

Der Antritt ist angenehm süß mit einer leichten Alkoholnote. Diese verfliegt zum Glück relativ schnell. Die intensive Süße erinnert mich an braunen Zucker und Honig, und wird begleitet von Karamellbonbons, Toffee und Vanille. Dazu kommt eine süß-säuerliche Weinnote, die ich dem Birkenwein zuordnen würde. Ich habe zwar noch nie Birkenwein getrunken, aber für Sherry kommt sie mir etwas zu süß und zu leicht vor. Der Charakter geht eher in Richtung Sauternes. Diese Weinnote bringt Assoziationen von süßen (kandierten) Früchten, wie Äpfel, Birnen und Aprikosen. Dahinter versteckt sich ein Hauch Zitrusfrucht und Kräuternoten, die mit der Zeit intensiver werden. Diese Kräuter erinnern mich gepaart mit der deutlichen Süße an Salbei- und Ricolabonbons. Die Eiche hält sich eher im Hintergrund, wird nach dem ersten Probieren etwas stärker.

Geschmack

Auf der Zunge ist er angenehm weich und wie auch in der Nase sehr süß. Zunächst finde ich wieder Karamell und Vanille, sowie viele Früchte. Im Gegensatz zur Nase kommen die Zitrusfrüchte im Mund stärker hervor. Trotzdem kann ich auch die Äpfel, Birnen und Aprikosen wieder finden. Ebenso der Honig und die Kräuterbonbons. Die Eiche ist etwas intensiver als in der Nase und bringt eine zarte Bitterkeit, was mit den Kräuternoten super harmoniert. Etwas überrascht bin hingegen ich von einem leicht buttrigen Mundgefühl, dass mich etwas an Popcorn erinnert.

Abgang

Das Mundgefühl bleibt zunächst süß mit Vanille und Butterkeksen. Dann geht die Süße etwas zurück und es wird leicht bitter. Hinzu kommen wieder die Früchte, Kräuterbonbons, sowie Mandeln. Zusammen mit der zarten Bitterkeit bleibt ein Hauch Eiche zurück.

Fazit

Wer wagt, gewinnt! Mackmyra hat schön öfter gezeigt, dass sie gerne und auch erfolgreich mit exotischen Fasstypen experimentieren. Der Björksav ist von der Nase bis zum Abgang hin sehr geradlinig, aber trotzdem sehr gut gelungen und vor allem gefährlich süffig. Toll für den Sommer.

Wertung: 8,8 / 10

Art: Single Malt
Land und Region: Schottland, Isle of Islay
Alter: Ohne Altersangabe
Alkoholgehalt: 49,2% Vol.
Fasstyp: 75% Ex-Bourbon, 20% Ex-Sauternes und 5% Ex-Sherry
Farbe: Weißwein
Whiskybase ID: 198995

Nase

Medizinischer Torfrauch mit Teer und „Krankenhausnoten“ erschlägt alle anderen Aromen in der Nase zunächst völlig. Dahinter kommt nach kurzer Zeit eine leichte Süße zum Vorschein. Dann wird das Aroma überraschend sauer mit Zitronen und Limetten. Hinzu kommen Malz, Nüsse (Mandeln und Pistazien), sowie Vanille. Nach dem ersten Probieren wird es etwas leichter und süßer, der Rauch ist besser eingebunden und auch süße Zitrusfrüchte, Zitronencreme und Äpfel kann ich finden. Die Vanille wird etwas intensiver und Karamell, sowie ein Hauch Zuckerwatte kommen durch. Im Hintergrund finde ich eine ganz schwache Eichennote.

Geschmack

Der Antritt ist kräftig, sowie leicht prickelnd und scharf (schwarzer Pfeffer oder Chili?). Der gesamte Mund wird sofort ausgefüllt. Der Rauch ist wieder deutlich präsent und direkt am Anfang bereits gut eingebunden. Die sauren Zitronen kommen ebenfalls sofort durch. Mit der Zeit wird das Mundgefühl etwas süßer und auch die Mandeln kann ich wieder finden. Beim zweiten Probieren kommt es mir viel süßer vor und die Säure entwickelt sich erst mit der Zeit – genau umgekehrt wie beim ersten Mal. Nach einigen Sekunden im Mund setzt eine deutliche bittere Note, allerdings ohne explizite Eichennoten, ein.

Abgang

Ich finde jetzt fast keine Süße mehr. Das Gefühl wird deutlich trockener mit einer leicht sauren Adstringenz. Der Rauch dominiert zusammen etwas Marzipan. Den Abgang würde ich als mittellang beschreiben, obwohl der Rauch noch viel länger als die anderen Noten zurückbleibt. Auch die Säure und die undefinierbare Bitterkeit bleiben relativ lange im Hals.

Fazit

Wie auch die erste Genesis-Abfüllung von Kilchoman trägt diese kein Alter, wobei ich aufgrund des geringen Fasseinflusses von einem sehr jungen Alter ausgehe. Die drei Hauptkomponenten des Geruchs- und Geschmacksprofils sind Rauch, Säure und Bitterkeit. Vor allem die Bitterkeit passt für mich aufgrund des allgemein geringen Fasseinflusses nicht so ganz ins Bild. Insgesamt fehlt es mir etwas an Komplexität und Balance, um den Malt wirklich zu mögen.  

Wertung: 7,9 / 10

Art: Single Malt
Land und Region: Schottland, Isle of Islay
Alter: Ohne Altersangabe (etwa 8 Jahre laut Personal vor Ort)
Alkoholgehalt: 52,2% Vol.
Fasstyp: First Fill Ex-Maker’s Mark Bourbonfässer
Farbe: Blassgeld/Weißwein
Whiskybase ID: 209611

Nase

Medizinischer Laphroaig-Rauch mit einer leichten Teer Note überdeckt anfangs alles. Typisch Laphroaig eben. Dann kommt eine leichte Süße hervor, die schwer zu identifizieren ist. Bevor ich sie richtig zuordnen kann, ist sie schon wieder weg und die Nase wird etwas sauer und fruchtig. Zitronen und Limetten stechen hervor. Nach ein paar Minuten (man sollte ihm etwas Zeit geben!), wird das Fruchtaroma floraler mit Bergamotte (Earl Grey Tee). Dadurch, dass der Torfrauch ein kühlendes Gefühl in der Nase zurücklässt, werde ich auch an Pfefferminze und Menthol Bonbons erinnert. Ein Hauch von Karamell und Eiche sind im Hintergrund zu erahnen. Nach dem ersten Probieren öffnet er sich etwas, der Rauch ist nicht mehr so dominant. Zu den Zitrusfrüchten kommen die typischen Bourbon-Noten wie Karamell und Vanille, sowie etwas Malz hinzu.

Geschmack

Auf der Zunge startet er überraschend weich. Von den 52,5% Alkohol ist fast nichts zu spüren. Der Rauch liegt wieder über allem, das allgemeine Mundgefühl ist zunächst süß mit Karamell. Wie schon in der Nase setzen sich die säuerlichen Zitrusfrüchte dann aber mehr und mehr durch. Ebenso die Minze. Bereits vor dem Schlucken kommt eine leichte Eichenwürze durch und hinten am Gaumen habe ich zartbittere Röstaromen.

Abgang

Die Süße geht relativ schnell zurück. Es wird würziger mit geröstetem Malz und Kaffeebohnen. Der Rauch ist wieder deutlich und bleibt lange zurück, während der Rest relativ schnell verblasst. Zum Ende hin verwandelt sich der medizinische Rauch etwas in erloschenes Lagerfeuer und Asche. Die Eiche bringt eine leichte Bitterkeit und ein leicht salziger Geschmack bleibt auf der Zunge zurück. Die Zitrusfrüchte melden sich kurz vor dem Ende ebenfalls noch einmal zu Wort.

Mit Wasser

In der Nase intensivieren sich die Bourbonaromen etwas mehr. Vor allem die Vanille wird deutlicher spürbar. Sowohl in der Nase, als auch auf der Zunge und im Abgang treten die Früchte deutlicher hervor und neben den Zitrusfrüchten finde ich jetzt auch süße Früchte wie Birnen und Aprikosen. Eine schöne Ergänzung! Hier kann man durchaus mit ein paar Tropfen Wasser spielen.

Fazit

Ein solider Malt aus der Hause Laphroaig. Vor allem die Nase zeigt, wie gut „einfache“ Bourbonfässer mit dem Charakter der Destillerie harmonieren. Allerdings fehlt ihm etwas die Kraft und das gewisse Etwas, um aus der ohnehin schon sehr gut aufgestellten Range von Laphroaig hervorzustechen. Angesichts des Preises würde ich eher zu anderen Abfüllungen der Destillerie greifen.

Wertung: 8,5 / 10

Art: Single Malt
Land und Region: Schottland, Speyside
Alter: 8-9 Jahre (2012/2021)
Alkoholgehalt: 46% Vol.
Fasstyp: Frische Amerikanische Eiche
Farbe: Gold
Whiskybase ID: 196612

Nase

Die Nase ist schön süß mit Karamell, Vanille und Honig. Sofort mischen sich auch würzige Noten darunter, wie geröstetes Malz, Schokocookies, gebrannte Mandeln, Kakaonibs und Haselnüsse. Dahinter kommen nach kurzer Zeit fruchtige Zitrusnoten und Apfelkompott zum Vorschein, die mit der Zeit intensiver werden. Komplementiert wird die fruchtige Süße von Eichennoten und weißem Pfeffer. Nach einiger Zeit verändern sich die Fruchtnoten etwas und ich kann ebenfalls Bananen finden.

Geschmack

Auf der Zunge startet er ebenso angenehm wie in der Nase und sehr süß. Wieder finde ich Karamell, Vanille und Honig. Dann kommt der Pfeffer durch, sowie krautige Noten. Die Zitrusfrüchte (Orangen) nehme ich süßer wahr, als in der Nase. Auch der Apfelkompott ist wieder präsent. Im Gegensatz zur Nase finde ich im Mund auch leicht säuerliche Beeren. Nach ein paar Sekunden im Mund kommen zartbittere Eichennoten und Milchschokolade hinzu.

Abgang

Die Süße geht langsam zurück, es wird trockener. Die Eiche intensiviert sich und bringt Röstaromen und dunkle Schokolade. Der Abgang ist lang und Gebäcknoten und Marzipan kommen hinzu. Die Äpfel und Zitrusfrüchte bleiben auf Zunge bis zum Ende zurück und bekommen zum Ende hin noch einen leicht tropischen Touch.

Fazit

Ein sehr interessanter Malt. Typischen süß-fruchtigen Noten stehen direkt am Anfang schon deutlich würzige Eichennoten gegenüber. Auch wenn für diese Abfüllung ausschließlich frische Eichenfässer verwendet wurden, finde ich keine bitteren, störenden Holznoten. Vor allem die Nase und der Abgang überzeugen mich mit den ständig wechselnden Eindrücken.

Wertung: 8,7 / 10

Art: Single Malt
Land und Region: Schottland, Lowlands
Alter: 3 Jahre
Alkoholgehalt: 59,2% Vol.
Fasstyp: 1st fill Bourbon (90%) und portugiesische Weinfässer (STR; 10%)
Farbe: Helles Gold
Whiskybase ID: 162281

Nase

Angenehm weich und süß ist der Start in der Nase. Der Alkohol ist überraschend gut eingebunden. Bourbonaromen stehen eindeutig im Vordergrund. Ich finde Karamell, Vanillepudding, Fudge und Toffee. Dazu kommt eine leicht frische Zitrusnote, die mich zusammen mit der Süße an Zitronenkuchen erinnert. Gibt man ihm ein paar Minuten mehr Zeit, mischen sich auch aromatische, leicht florale Fruchtnoten von Aprikosen und reifen Birnen dazu. Ergänzt wird das Ganze durch leicht würzige Gebäcknoten, die ich den STR-Fässern zuschreiben würde, sowie etwas Haselnuss-Vollmilchschokolade.

Geschmack

Es zunächst wieder weich und samtig los, dann setzt sich sehr schnell eine deutlich scharfe Alkoholnote auf der Zunge fest. Das Mundgefühl ist anfangs sirupartig süß mit Karamell und Vanille. Dann intensivieren sich die Früchte (Zitronen, Orangen, Birnen, grüne Äpfel und Aprikosen). Nach einigen Sekunden kommt schließlich die Eiche durch und bringt würzige und zartbittere Noten.

Abgang

Es wird zunächst noch einmal süß im Rachen, dann setzt sich die Eiche mit ihren zartbitteren Noten und Röstaromen durch. Das Mundgefühl wird deutlich trockener. Insgesamt ist der Abgang relativ lang und angenehm. Im Nachgang kommen dann wieder ganz zart die Vanille und Zitronen hervor.

Mit Wasser

Mit etwas Wasser wirkt das Aroma in der Nase etwas geöffneter und intensiver. Bourbonnoten wechseln sich toll mit den Früchten ab. Auf der Zunge ist er deutlich angenehmer und schwankt zwischen sirupartiger Süße und säuerlichen Zitrusnoten. Im Abgang bleibt die Süße bis zum Ende hin präsent. Insgesamt wirkt er mit Wasser deutlich runder.

Fazit

Diese Abfüllung gibt einen tollen Einblick in die Kingsbarns-DNA. Trotz seines jungen Alters hat er bereits eine deutliche Komplexität aufgebaut. Ich freue mich auf ältere Abfüllungen der Destillerie. Unbedingt auch mit Wasser experimentieren!

Wertung: 8,6 / 10

Art: Single Malt
Land und Region: Schottland, Islay
Abfüller: Ian Macleod
Alter: Ohne Altersangabe
Alkoholgehalt: 48% Vol.
Fasstyp: Lagerung in Bourbon und Oloroso Sherryfässern, Finish in Sherryfässern
Farbe: Intensiver Bernstein
Whiskybase ID: 196554

Nase

Es dominieren Rauch und Sherry. Das Aroma ist sehr intensiv, die 48% Vol. Alkohol passen super dazu. Der Rauch erinnert mich an Räucherspeck, Lagerfeuer und kalte Asche. Süße Eindrücke wechseln sich mit trockenen Sherrynoten ab. Zitrusfrüchte wie Zitronen, Limetten, Orangen und Grapefruits stechen hervor und werden durch Trockenfrüchte wie Rosinen und Bananen ergänzt. Dann kommen nussige Aromen, Malz und Getreide hinzu, sowie würzige Eichennoten und etwas Leder. Nach dem ersten Probieren intensivieren sich die Gewürze und ein deutlicher Geruch von frisch geschlagenem Eichenholz ergänzt das Aroma.

Geschmack

Auf der Zunge ist der Antritt ebenso intensiv und kraftvoll mit speckigem Torfrauch. Dieser wird von Zitrusfrüchten (Orangen und Zitronen) relativ schnell etwas zur Seite gedrängt. Das allgemeine Mundgefühl ist deutlich süßer als die Nase, mit deutlichen Honignoten. Nach einigen Sekunden entfaltet sich die würzige Kraft der Fässer. Ich finde Mandeln, weißer Pfeffer, Eiche und einen Hauch Muskatnuss.

Abgang

Der Rauch mit Assoziationen von kaltem Lagerfeuer, Asche und etwas Speck ist zunächst wieder im Vordergrund. Die Süße, die mich im Abgang etwas an Mozartkugeln erinnert, verblasst ziemlich schnell und macht Platz für Eiche und Gewürze. Ein leicht trockenes Gefühl, sowie eine leichte aber angenehme Bitterkeit verbleiben bis zum Ende.

Fazit

Der Name ist bei dieser Abfüllung Programm. Intensiver Sherry wechselt sich mit kräftigem Islay-Torfrauch (Südküste?) ab. Die 48% Vol. Alkohol tragen ebenfalls positiv zur Intensität bei. Vor allem für kalte Tage vor dem Kamin ist diese Abfüllung definitiv zu empfehlen.

Wertung: 8,6 / 10

Art: Single Malt
Land und Region: Schottland, Islay
Destillerie: Bunnahabhain
Abfüller: Signatory Vintage
Alter: 7 Jahre (2014/2021)
Alkoholgehalt: 46% Vol.
Fasstyp: Dechar/Rechar Hogsheads
Farbe: Intensives Gold
Whiskybase ID: 200535

Nase

Zunächst mit einem deutlichen Lagerfeuerrauch und Räucherspeck in der Nase. Beim ersten Eindruck richtig fleischig. Hinter dem Rauch verbirgt sich eine intensive Süße mit Karamell, einer ordentlichen Portion Malz, sowie Getreide und Vanille. Ergänzt wird das Ganze durch üppige Fruchtnoten von Orangen, Mirabellen, Ananas, Zitronen und Grapefruits. Auch die Eiche ist ebenfalls spürbar und bringt würzige Noten von frisch geschlagenem Holz. Eingehüllt in den Rauch drängen sich auch maritime Eindrücke von salziger Meeresluft auf.

Geschmack

Erwartungsgemäß steht auch auf der Zunge der Rauch direkt im Vordergrund. Hier allerdings weniger fleischig und sogar mit einem leicht medizinischen Anklang. Es folgt eine scharfe Pfeffer-/Chilinote, die den gesamten Mund ausfüllt. Nach ein paar Sekunden setzen sich Zitrusfrüchte (Zitronen und Orangen) durch, sowie eine intensive, sirupartige Süße. Malz und Getreide kann ich ebenfalls wieder finden. Dann wird es würziger mit Eiche, Mandeln und einem Hauch von Gewürzschrank. Die Süße geht zurück und der Geschmack wird bereits vor dem Abgang deutlich herber.

Abgang

Auch der letzte Rest der Süße verblasst. Es wird schnell trockener und die herben Noten der Eiche mit dunkler Schokolade und Nüssen intensivieren sich. Der Rauch liegt mit seiner Räuchernote über allem und verbleibt im Rachen auch nachdem die anderen Eindrücke verschwunden sind. Gegen Ende meine ich auch noch einen Hauch säuerlicher Zitrusfrüchte zu spüren.

Fazit

Ein netter Staoisha von Signatory. Er bringt genau das, was man von ihm erwartet: Kräftiger Islay-Rauch und Meer. Dazu eine schöne Kombination von süßen Früchten und einer kräftigen Portion Eiche.

Wertung: 8,4 / 10

Art: Single Malt
Land und Region: Schottland, Highlands
Alter: 5 Jahre (2014/2015/2016 – 2021)
Alkoholgehalt: 46,8% Vol.
Fasstyp: 65% Ex-Bourbon und 35% Ex-Sherryfässer (50% Fässer mit Peated Spirit)
Farbe: Gold
Whiskybase ID: 196431

Nase

Trocken-fruchtig und im ersten Moment etwas Sherry-lastig in der Nase. Darüber liegt ein Schleier von kühlendem, maritimem Rauch und salziger Meeresluft. Ich finde (angebrannten) Karamell und auch würzige Eiche ist gleich präsent. Das Aroma hat ebenfalls eine säuerliche Komponente von Zitrusfrüchten und Beeren (Brombeeren und Johannisbeeren). Gibt man ihm ein paar Minuten Zeit, öffnet er sich schließlich komplett und wird deutlich süßer. Jetzt habe ich süße Karamelltoffees, Äpfel, Birnen und Sirup in der Nase. Die Bourbonfässer setzen sich durch. Nach dem ersten Probieren wirkt das Aroma deutlich leichter als zu Beginn. Aromatische, süße Früchte (Pfirsiche) stechen hervor. Trotzdem bleibt die würzige Eiche präsent. Der Rauch kommt meines Empfindens nach mit der Zeit etwas mehr zur Geltung.

Geschmack

Mit einem starken Antritt geht es los. Der Rauch ist sofort da und etwas speckig. Es folgt ein Wechselspiel zwischen süßen und sauren Früchten. Es kommen mir sowohl grüne, als auch rote Äpfel und ein süß-saurer Zitrus-Mix in den Sinn, sowie Ahoi-Brausepulver. Anschließend wird es würziger mit (Marzipan-)Gebäck, dunkler Schokolade und geröstetem Kaffee.

Abgang

Zunächst noch süß mit Marzipan, wird dann trockener mit deutlichen Eichennoten. Hinzu kommt dunkle Schokolade mit zunehmendem Kakaoanteil, je länger der Abgang dauert. Gegen Ende kommt schließlich der Rauch wieder etwas stärker hervor und wird von einem leicht sauren Gefühl begleitet.

Fazit

Trotz eines geringeren Anteils an Sherryfässern, ist der Einfluss des Sherrys anfangs sehr deutlich. Nach ein paar Minuten wendet sich allerdings das Blatt zu Gunsten der Bourbonfässer. Insgesamt ist er schön ausgewogen mit einem angenehm leichten, maritimen Rauch. Für sein Alter hat er überraschend kräftige Eichennoten.

Wertung: 8,4 / 10