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St. Kilian

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Art: Single Malt
Land und Region: Deutschland, Bayern
Alter: 3 Jahre (2016/2020)
Alkoholgehalt: 60,6% Vol.
Fasstyp: Ex-Bourbon von Jack Daniel’s (Einzelfass)
Farbe: Blassgold
Whiskybase ID: 156669

Nase

Viel mehr als intensiver, phenolischer Torfrauch kann ich zunächst nicht finden. Der Geruch erinnert mich etwas an „Kuhstall“. Dahinter kommen nach einiger Zeit süße Bourbonaromen von Zitronencrème und Pfirsichen durch. Hinzu kommen Malz, viel Getreide und eine Kräuternote. Der Rauch geht nach ein paar Minuten etwas zurück, bleibt aber die ganze Zeit über dominant. Das Aroma wechselt zwischen süßen und sauren Eindrücken.

Geschmack

Ein starker Antritt auf der Zunge. Der Rauch ist auch im Mund dominant, lässt jedoch im Vergleich zur Nase mehr Bourbon und süße Früchte durch. Der Alkohol brennt scharf auf der Zunge, ich meine aber auch eine scharfe Chilinote zu schmecken. Nach ein paar Sekunden wird das Mundgefühl etwas herber und saurer. Hinzu kommen Zitronen und etwas Vanille.

Abgang

Auch im Abgang dominiert der Rauch. Erst ist das Gefühl im Rachen süß mit Karamell. Die Süße verblasst dann relativ schnell und Zitrusfrüchte und Eiche kommen hinzu. Dazu wieder die Assoziation einer Kräuterwiese. Der Abgang ist mittellang und gegen Ende kommt eine zarte Bitterkeit durch. Der Rauch bleibt am Ende alleine zurück.

Mit Wasser

Der Rauch wird sowohl in der Nase, als auch im Mund viel besser eingebunden. Die anderen Aromen intensivieren sich und auch die Süße tritt stärker hervor und verbleibt im Abgang länger. Marzipan kommt vor allem im Abgang ebenfalls hinzu.

Fazit

Für sein junges Alter ist er nicht schlecht, haut mich aber auch nicht wirklich um. Der Rauch ist etwas zu stark und erschlägt erst einmal alle anderen Aromen. Mit etwas Wasser gewinnt er deutlich an Komplexität und auch andere Aromen neben dem Rauch kommen mehr zur Geltung.

Wertung: 8,2 / 10

Art: Single Malt
Land, Region: Deutschland, Bayern
Alter: 3 Jahre (2016/2017 – 2020)
Alkoholgehalt: 52,6% Vol.
Fasstyp: Virgin Oak (Amerikanische Eiche, Europäische Eiche, Pfälzer Eiche, Ungarische Eiche)
Farbe: Bernstein
Whiskybase ID: 158762

Nase

Ich finde typische Aromen der Amerikanischen Eiche wie Karamell und Vanille. Fast sofort machen sich die verschiedenen europäischen Eichenfässer bemerkbar. Diese bringen eine kräftige Würze mit Holznoten, Röstnoten, Leder und Kräuterbonbons. Über allem schwebt ein Hauch Nagellackentferner. Frische grüne Äpfel und Zitrusfrüchte halten sich im Hintergrund auf. Nach einigen Minuten werden die Früchte intensiver, ich kann dann auch Aprikosen und Trockenfrüchte finden. Dazu kommt ein leicht floraler Touch.

Geschmack

Der Antritt ist sehr kräftig mit einer deutlichen Schärfe. Wie schon in der Nase bekommt man eine Mischung aus süßen Früchten und kräftiger Eiche geboten. Anfangs stechen die süßen Noten von Honig, Karamell und roten Äpfeln hervor, dann wird die Eiche intensiver und bringt bereits vor dem Abgang eine leichte Bitterkeit.

Abgang

Die Bitterkeit wird stärker, die würzigen Eichennoten ebenfalls. Kaffeenoten kommen hinzu. Die Süße kann anfangs noch mithalten, wird dann aber deutlich schwächer. Der Abgang ist mittellang und gegen Ende kommen dann noch einmal zarte Karamellnoten hervor.

Mit Wasser

In der Nase überwiegen jetzt deutlich die süßen Früchte. Die Eiche wirkt nicht mehr so erschlagend, sondern viel besser eingebunden. Auf der Zunge verschwindet die Schärfe und die verschiedenen Aromen wirken viel besser ausbalanciert. Das macht ihn deutlich angenehmer.

Fazit

St. Kilian wagt mit den frischen Eichenfässern ein interessantes und auch durchaus gelungenes Experiment. Dadurch bekommt der Malt für sein junges Alter eine enorme Intensität und Würze. Allerdings sollte man ihn im Glas etwas stehen lassen, damit sich das Aroma richtig entfalten kann. Mit ein paar Tropfen Wasser wird er noch besser.

Wertung: 8,6 / 10

Art: Single Malt
Land, Region: Deutschland, Bayern
Alter: 3 Jahre (2016/2017/2018 – 2021)
Alkoholgehalt: 55,3% Vol.
Fasstyp: Ex-Bourbon, Ex-Sauternes
Farbe: Intensives Gold
Whiskybase ID: 193079

Nase

Eine tolle Süße mit Früchten strömt in die Nase. Pfirsiche und Aprikosen stehen im Vordergrund, leichte Zitrusfrucht-Noten halten sich im Hintergrund. Noch deutlicher als die Früchte nehme ich allerdings Fudge und Karamellbonbons wahr. Diese werden begleitet von einer Spur Vanille. Der Sauternes macht das Aroma im Vergleich zu einer reinen Bourbon-Reifung etwas schwerer. Anfangs habe ich auch eine leicht alkoholische Note, die zum Glück nach ein paar Minuten verflogen ist. Nach kurzer Zeit kommt dann etwas zarte Eiche hinzu und ich muss an Bratäpfel denken. Im Hintergrund habe ich kann dann auch leicht florale Noten wahrnehmen.

Geschmack

Auf der Zunge ist der Antritt honigsüß mit einer sehr crèmigen Textur. Ich finde wieder Pfirsiche, Aprikosen, etwas Zitrusfrucht und reife Äpfel. Dann wird es leicht exotisch mit einem Anklang von Mango. Der Karamell ist wieder deutlich präsent, ebenso die Vanille. Dazu kommen Mandeln bzw. Marzipan zum Abgang hin durch.

Abgang

Die Süße hält sich, es wird noch etwas würziger. Der Abgang ist angenehm, wärmend und relativ lang mit weißer Schokolade, Karamell und Marzipan. Gegen Ende wird es wieder etwas fruchtiger mit Mangos und Dosenfrüchten. Die Vanille, die zwischendurch etwas untergegangen war, wird etwas stärker.

Mit Wasser

Mit etwas Wasser wird die Nase wieder süßer und fruchtiger. Die Eiche hält sich etwas mehr im Hintergrund. Auch das Mundgefühl wird fruchtiger und Die Nase wird etwas fruchtiger, der Karamell geht leicht zurück. Die Früchte bekommen einen leicht floralen Touch. Auch die Mandeln kann ich jetzt in der Nase finden. Auf der Zunge ist er nicht mehr so schön crèmig, wie unverdünnt. Die Süße geht auch hier etwas zurück zu Gunsten der Früchte. Hier kann man durchaus einmal experimentieren.

Fazit

An diesem Malt gibt es nichts auszusetzen. Auch wenn man es hier mit einer richtigen Mackmyra wagt sich hier an ein besonderes Experiment, was aus meiner DDie Signature Edition Nine bietet keine großen Überraschungen, ist aber trotzdem eine sehr leckere Abfüllung. Die Sauternes-Fässer pushen das Geschmacksprofil etwas, bringen etwas mehr Komplexität. Vor allem Liebhaber süßer Malts sollten hier unbedingt einmal probieren.

Wertung: 8,7 / 10

Art: Single Malt
Land, Region: Deutschland, Bayern
Alter: 3 Jahre (2017/2018 – 2021)
Alkoholgehalt: 53,8% Vol.
Fasstyp: 43% Ex-Rye, 27% Ex-Bourbon, 19% Ex-Rioja, 9% Pfälzer Eiche, 2% Akazie
Farbe: Bernstein
Whiskybase ID: 193078

Nase

Leicht speckiger, angenehmer Torfrauch ist in der Nase anfangs sehr deutlich. Neben der Räucherspeck-Note hat der Rauch auch einen leicht medizinischen Touch. Sehr schnell kommen auch süße und fruchtige Aromen von Zuckersirup, Zitrusfrüchten, Kirschbonbons und Erdbeer-Rhabarber-Marmelade durch. Ich finde etwas Malz und geröstetes Getreide, was sich mit der Zeit intensiviert. Dahinter verbergen sich etwas Karamell und ein wenig würzige Eiche.

Geschmack

Der Antritt ist sirupartig süß mit viel Rauch. Im Vergleich zur Nase kommt mir der Rauch jetzt deutlich medizinischer vor, erinnert mich auch etwas an ein erloschenes, kaltes Lagerfeuer. Zitrusfrüchte, Kirschbonbons, sowie rote Beeren kommen hinzu und ergänzen das Geschmacksprofil. Nach ein paar Sekunden wird es etwas würziger, die Eiche zeigt sich. Daneben kann ich Malz und getoastetes Brot finden.

Abgang

Das Mundgefühl ist erst süß, dann kommt die Eiche stärker durch. Die Süße tritt etwas zurück und ein zartbitterer Eindruck bleibt. Der medizinische Rauch ist ebenfalls präsent, sowie eine deutliche Lakritz-Note und Kräuterbonbons. Gegen Ende wird es schließlich wieder etwas malzig.  

Mit Wasser

Mit etwas Wasser wird die Nase wieder süßer und fruchtiger. Die Eiche hält sich etwas mehr im Hintergrund. Auch das Mundgefühl wird fruchtiger und abgerundeter. Allgemein geht ihm mit dem etwas niedrigeren Alkoholgehalt etwas an Kraft und Ausdruck verloren. Das Wasser nimmt ihm die Ecken und Kanten. Das kann man mögen, muss man aber nicht.

Fazit

An diesem Malt gibt es nichts auszusetzen. Auch wenn man es hier mit einer richtigen Mackmyra wagt sich hier an ein besonderes Experiment, was aus meiner Die achte Signature Edition von St. Kilian ist ein sehr geradliniger und doch sehr interessanter Malt. Der Rauch ist erwartungsgemäß stark, aber ohne die anderen Aromen zu überlagern. Die Mischung aus Torfrauch, Süße und Frucht ist sehr harmonisch und ausgewogen und gefällt mir sehr gut.

Wertung: 8,6 / 10