Tasting Notes

Benromach 2010 Cask Strength Batch 1

Art: Single Malt
Land und Region: Schottland, Speyside
Alter: 10-11 Jahre (2010/2021)
Alkoholgehalt: 58,5% Vol.
Fasstyp: First Fill Ex-Bourbon und Ex-Oloroso Sherry
Farbe: Heller Bernstein
Whiskybase ID: 194126

Tasting Notes

Die 58,5% Alkohol sind in der Nase deutlich spürbar. Es folgt ein Fruchtcocktail verschiedener Beeren (Heidelbeeren, Himbeeren, Brombeeren) und leicht muffiger Sherry mit Assoziationen von alten Büchern und Leder. Dann wird es süßer und würziger mit Honig, geröstetem Getreide und Brot. Der zarte Benromach-Rauch hält sich dezent im Hintergrund und bringt subtile medizinische Noten. Nach einiger Zeit setzen sich Äpfel, Birnen, sowie würziges Früchtebrot und Müsliriegel durch. Nach dem ersten Probieren kommen dann noch zarte florale Noten hinzu.

Auch auf der Zunge ist der Alkohol zunächst deutlich zu spüren. Das Mundgefühl ist sehr intensiv und süß mit Zitrusfrüchten, Äpfeln, Birnen und Weingummis. Der Rauch hält sich als eine Assoziation von Röstaromen im Hintergrund. Dann kommen wieder Brot und Getreide durch, dazu würzige Eiche als interessanter Gegenpol zu den süßen Früchten.

Im Abgang bleiben die Äpfel und Birnen präsent, dazu eine deutliche Orangennote. Die Süße auf der Zunge weicht einer leichten Bitterkeit der Eiche, die Früchte bleiben am Ende zusammen mit einem Geschmack von Weihnachtsstollen zurück. Der Abgang ist sehr lang und angenehm.

Mit Wasser:

Mit ein paar Tropfen Wasser wird die Nase etwas leichter und frischer, ohne aber an Intensität zu verlieren. Ein Cocktail von süßen Früchten wie Orangen, Nektarinen, Äpfel, Birnen, Pfirsichen und Aprikosen dominiert. Im Hintergrund hält sich der muffige Sherry, der Rauch verblasst fast komplett. Auch das Mundgefühl wird durch Wasser deutlich weicher und süßer mit einer fast schon sirupartigen Konsistenz. Auch hier überwiegt der süße Obstsalat. Der Rauch und die Eiche kommen, die Röstaromen finde ich kaum mehr. Auch im Abgang hält sich die Süße jetzt deutlich länger. Eiche und Früchte halten sich toll die Waage. Noch ein paar Minuten nach dem Schlucken ist ein Geschmack von Lagerfeuer und Buchenholzrauch spürbar. 

Fazit

Der Malt hat für sein Alter eine enorme Komplexität. Ohne Wasser ist der Alkohol etwas stark, der Charakter passt mit seinem muffigen Sherry und Gebäck eher in die Winter- und Weihnachtszeit. Mit etwas Wasser verdünnt ist er deutlich angenehmer zu genießen und verwandelt sich mit seiner süßen, fast schon kaubaren Konsistenz und den Früchten in einen tollen Sommerwhisky. Absolut gelungen!

Wertung: 8,9 / 10

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