Tasting Notes

Port Charlotte 10 Jahre

Art: Single Malt
Land und Region: Schottland, Isle of Islay
Destillerie: Bruichladdich
Alter: 10 Jahre
Alkoholgehalt: 50% Vol.
Fasstyp: 65% 1st fill und 15% 2nd fill Amerikanische Eiche, sowie 20% 2nd fill Franz. Rotweinfässer
Farbe: Gold
Whiskybase ID: 112320

Tasting Notes

In der Nase startet er deutlich rauchig und leicht süß. Der Rauch ist sehr angenehm und nicht zu erdrückend. Die 50% Vol. des Alkohols fügen sich gut in das Gesamtbild ein. Sehr schnell finde ich auch die für Malts aus der Bruichladdich Destillerie typischen Zitrusfruchtnoten. In diesem Fall eher auf der säuerlichen Seite mit Zitronen, Limetten und Orangen. Die leichte Süße, die von den Früchten etwas in den Hintergrund gedrängt wird, würde ich am ehesten den Bourbonfässern zuordnen. Sie erinnert in Kombination mit dem Rauch etwas an angebrannten Karamell.

Das Mundgefühl ist sehr voll und zunächst durch die wuchtigen 50% Vol. Alkohol geprägt. Auf der Zunge wird es leicht süß mit kräftigem aber zugleich gut eingebundenen Rauch. Die Zitrusfrüchte sind ebenfalls wieder präsent. Dann meldet sich eindeutig die Eiche zu Wort. Das Mundgefühl wird etwas trockener und würziger. Im Abgang hinterlässt die Eiche eine deutliche Bitterkeit, die zusammen mit dem Zitruscharakter lange nachklingt. Von der Süße ist im Abgang später fast nichts mehr zu spüren. Ähnlich wie bei einer sehr hochprozentigen Schokolade.

Nach dem ersten Probieren wird die Nase nochmals deutlich interessanter! Auch in der Nase ist die würzige Eiche jetzt sehr präsent. Überraschenderweise ist der Gesamteindruck aber wesentlich süßer als zu Anfang. Ich finde frische, leicht säuerliche Äpfel, Bananen, sowie eine leichte Vanillenote die mich an Vanillemacarons erinnert. Auch ein subtiles Mandelaroma kann ich finden. Ich muss unweigerlich an Marzipankugeln danken, die mit zartbitterem Backkakao bestäubt werden. Dazu kommt der Rauch, der immer präsent ist, aber nie im Vordergrund stehen will.

Fazit

Anfangs kommt der Malt sehr geradlinig rüber. Lässt man ihm aber etwas Zeit im Glas, wird man mit einem tollen und interessanten Wechselspiel der Aromen des fruchtigen Brennereicharakters, sowie der verschiedenen Fässer, belohnt. Die Fassauswahl ist meiner Meinung nach wunderbar gelungen. Ebenso wie die Intensität des Rauchs und die Alkoholstärke. Für manche könnte der Einfluss der Eiche (vor allem im Abgang) aber schon fast etwas zu dominant sein. Mir gefällt er jedenfalls sehr gut.

Wertung: 8,5 / 10

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