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Art: Single Malt
Land und Region: Schottland, Islay
Abfüller: Ian Macleod
Alter: Ohne Altersangabe
Alkoholgehalt: 48% Vol.
Fasstyp: Lagerung in Bourbon und Oloroso Sherryfässern, Finish in Sherryfässern
Farbe: Intensiver Bernstein
Whiskybase ID: 196554

Nase

Es dominieren Rauch und Sherry. Das Aroma ist sehr intensiv, die 48% Vol. Alkohol passen super dazu. Der Rauch erinnert mich an Räucherspeck, Lagerfeuer und kalte Asche. Süße Eindrücke wechseln sich mit trockenen Sherrynoten ab. Zitrusfrüchte wie Zitronen, Limetten, Orangen und Grapefruits stechen hervor und werden durch Trockenfrüchte wie Rosinen und Bananen ergänzt. Dann kommen nussige Aromen, Malz und Getreide hinzu, sowie würzige Eichennoten und etwas Leder. Nach dem ersten Probieren intensivieren sich die Gewürze und ein deutlicher Geruch von frisch geschlagenem Eichenholz ergänzt das Aroma.

Geschmack

Auf der Zunge ist der Antritt ebenso intensiv und kraftvoll mit speckigem Torfrauch. Dieser wird von Zitrusfrüchten (Orangen und Zitronen) relativ schnell etwas zur Seite gedrängt. Das allgemeine Mundgefühl ist deutlich süßer als die Nase, mit deutlichen Honignoten. Nach einigen Sekunden entfaltet sich die würzige Kraft der Fässer. Ich finde Mandeln, weißer Pfeffer, Eiche und einen Hauch Muskatnuss.

Abgang

Der Rauch mit Assoziationen von kaltem Lagerfeuer, Asche und etwas Speck ist zunächst wieder im Vordergrund. Die Süße, die mich im Abgang etwas an Mozartkugeln erinnert, verblasst ziemlich schnell und macht Platz für Eiche und Gewürze. Ein leicht trockenes Gefühl, sowie eine leichte aber angenehme Bitterkeit verbleiben bis zum Ende.

Fazit

Der Name ist bei dieser Abfüllung Programm. Intensiver Sherry wechselt sich mit kräftigem Islay-Torfrauch (Südküste?) ab. Die 48% Vol. Alkohol tragen ebenfalls positiv zur Intensität bei. Vor allem für kalte Tage vor dem Kamin ist diese Abfüllung definitiv zu empfehlen.

Wertung: 8,6 / 10

Art: Single Malt
Land und Region: Schottland, Islay
Abfüller: Wemyss Malts
Alter: 1991/2018
Alkoholgehalt: 46% Vol.
Fasstyp: Hogshead (Single Cask)
Farbe: Helles Gold
Whiskybase ID: 115148

Nase

Extrem fruchtig und süß in der Nase. Eine wahre Fruchtwolke mit einem exotischem Obstsalat-Aroma steigt auf. Ich finde Bananen, Ananas und Dosenpfirsiche. Auch leicht säuerliche Zitrusfrüchte und Mandarinen mischen sich darunter. Ein leicht kühlendes Gefühl, das nicht direkt vom Alkohol kommt, lässt sich zunächst schwer zuordnen. Nach ein paar Minuten lässt es sich dann eindeutig als Minze identifizieren, was zusammen mit der Süße und den Zitrusfrüchten ein tolles Mojito-Feeling erzeugt. Dazu kommen eine leichte Karamellnote und ein Anklang von Vanille. Die Eiche hält sich schwach im Hintergrund.

Geschmack

Er überrascht mich mit einem leicht scharfen Antritt. Dann ist die Minze sofort präsent, ebenso die süßen Früchte mit Mandarinen, Ananas, Pfirsichen, und Zitrusfrüchten. Passend zum Mojito-Feeling meine ich auch Limetten herauszuschmecken. Dazu gesellt sich etwas Karamell und buttriges Shortbread.

Abgang

Die Eindrücke bleiben zunächst weitgehend unverändert. Das Mojito-Aroma mit Limetten und Minze lässt mich nicht mehr los. Aber auch die anderen Früchte gehen nur langsam zurück. Die Eiche wird stärker und komplettiert den langen Abgang mit ihrem zartbitteren Einfluss. Ein leichter Minze-Schleier liegt bis zum Ende darüber.

Mit Wasser

Mit ein paar Tropfen Wasser ist er weniger scharf und sogar noch süßer – unbedingt probieren!

Fazit

Der Name wurde von Wemyss wieder einmal sehr gut gewählt. Der Malt duftet nach einem frischen und fruchtig-süßen Sommercocktail mit Schirmchen, den man am Strand (natürlich auf einer tropischen Insel) trinkt. Für das Alter zeigt er überraschend wenig Einfluss der Eiche (Refill-Fass?). Auf der Zunge war er für meinen Geschmack anfangs etwas zu alkoholisch-scharf. Ein paar Tropfen Wasser nehmen ihm diese Schärfe und machen ihn nebenbei noch interessanter.

Wertung: 9,0 / 10

Art: Single Malt
Land und Region: Schottland, Islay
Abfüller: Saarwhisky
Alter: 10 Jahre
Alkoholgehalt: 55,3% Vol.
Fasstyp: Ex-Bourbon Barrel (Einzelfass)
Farbe: Hellgold
Whiskybase ID: 153443

Nase

In der Nase startet er mit starkem phenolisch-medizinischem Islayrauch, der mich sofort an Desinfektionsmittel und Krankenhaus erinnert. Dahinter verbirgt sich eine schwache Karamellnote, leicht säuerliche Zitronen, sowie etwas Getreide und Malz. Es dauert etwas, bis der Rauchschleier sich lüftet und andere Eindrücke zulässt. Erst nach dem ersten Probieren öffnet er sich richtig und typische Bourbon-Aromen von Vanille und Aprikosen strömen in die Nase. Das Aroma ist dann auch ein Stück weit süßer und floraler mit zarten Noten von Jasmin.

Geschmack

Der Antritt ist bereits beim ersten Probieren überraschend süß. Der phenolische Rauch ist deutlich zu spüren, aber interessanterweise gut (besser als in der Nase) in das Geschmacksprofil eingebunden. Karamellbonbons und reife Äpfel kommen mir in den Sinn. Das Ganze wird von einem leicht säuerlichen Unterton der Zitronen, sowie einem leicht beißenden Gefühl auf der Zungenspitze begleitet.

Abgang

Nach ein paar Sekunden im Mund geht die Süße etwas zurück, die Zitronen setzen sich mehr und mehr durch, bis sie im Abgang schließlich eine deutliche Säure auf die Zunge bringen. Der Mund zieht sich etwas zusammen. Der Abgang ist zartbitter, ohne explizite Eichenwürze und etwa mittellang.

Mit Wasser

Mit Wasser wird er sowohl in der Nase, als auch auf der Zunge etwas weicher. Die Bourbonnoten kommen etwas mehr durch und die deutliche Säure wird etwas herausgenommen. Der Rauch wirkt in der Nase etwas besser eingebunden.  

Fazit

Entsprechend seines Namens wirkt dieser Malt anfangs wie eine typische Islay-Rauchbombe. Erst nach einiger Zeit öffnet er sich etwas und lässt auch andere Aromen durch. Der Rauch wirkt besser eingebunden und der Gesamteindruck gefällt mir etwas besser. Auch ein paar Tropfen Wasser tun ihm meiner Meinung nach gut. Im Abgang ist er leider etwas monoton.

Wertung: 8,2 / 10

Art: Single Malt
Land und Region: Schottland, Islay
Abfüller: Scotch Universe (Whisky Druid)
Alter: 8 Jahre (2011/2020)
Alkoholgehalt: 59,8% Vol.
Fasstyp: First Fill Ex-Marsala Barriquefass (Single Cask)
Farbe: Intensiver Bernstein
Whiskybase ID: 148366

Nase

Anfangs ist er etwas verschlossen, ein paar Minuten an der Luft tun ihm definitiv gut. Ich finde süße Weinnoten mit dunklen Früchten, Johannisbeeren und Weingummi. Der Rauch, der mich etwas an Räucherspeck und ein erloschenes Lagerfeuer erinnert, ist sehr dezent und gut eingebunden. Der starke Alkohol ist etwas stechend und überlagert die Aromen. Allgemein ist das Gefühl in der Nase leicht kühlend.

Geschmack

Auch das Mundgefühl ist sehr süß, die Weinnoten stehen hier deutlich im Vordergrund. Der Alkohol ist sehr scharf auf der Zunge. Zunächst kann ich den Rauch hinter der üppigen Süße fast nicht wahrnehmen. Nachdem sich der Malt im Mund ein paar Sekunden ausgebreitet hat, kommt auch der Rauch etwas stärker durch.

Abgang

Die Süße geht etwas zurück, am Gaumen und auf der Zunge wird das Gefühl etwas trockener und leicht säuerlich. Die Eiche bringt eine leichte Bitterkeit. Außer dem Rauch verblasst der Geschmack ein paar Sekunden nach dem Schlucken leider fast vollständig.

Mit Wasser

Mit ein wenig Wasser verdünnt ist das Aroma in der Nase deutlich angenehmer. Die alkoholische Note empfinde ich nicht mehr ganz so stechend. Das Aroma wird generell etwas intensiver und deutlich fruchtiger, als beim ersten Eindruck. Ich werde an Birnen, Sauerkirschen und rote Beeren erinnert. Auch das Mundgefühl ist mit leicht verringertem Alkoholgehalt wesentlich angenehmer, ändert sich allerdings nicht wesentlich.

Fazit

Der Callisto IX ist ein solider Malt, der allerdings sehr fasslastig ausgebaut ist. Die Aromen des Marsala-Fasses drücken so stark auf das Aroma, dass sogar der Rauch im ersten Moment schon fast dahinter verschwindet. Ohne Wasser betäubt mir der Alkohol mein Geschmacksnerven etwas zu sehr. Mit etwas Wasser verdünnt entfaltet sich das Aroma meiner Meinung nach deutlich besser und macht den Malt auch interessanter. Der Abgang hätte ich mir ein bisschen länger und intensiver gewünscht.

Wertung: 8,3 / 10

Art: Single Malt
Land und Region: Schottland, Islay
Abfüller: Scotch Universe (Whisky Druid)
Alter: 6 Jahre (2013/2020)
Alkoholgehalt: 67,6% Vol.
Fasstyp: First fill Ex-Oloroso Sherry Hogshead (Single Cask)
Farbe: Tiefgold
Whiskybase ID: 148367

Nase

Der Antritt beginnt mit sehr intensivem Sherry. Das Aroma erinnert mich etwas an den Geruch den man wahrnimmt, wenn man ein Dunnage Warehouse einer schottischen Destillerie betritt. Fruchtige Weinnoten vermischen sich mit dem Aroma von altem Holz und etwas muffigen, erdigen Noten. Ich finde Rosinen, etwas Karamell, Rum-Traube-Nuss Schokolade und einen Hauch Möbelpolitur. Bei dieser Abfüllung sollte man seine Nase anfangs aber nicht zu tief in das Glas stecken. Der Alkohol ist deutlich präsent, geht nach ein paar Minuten an der Luft aber etwas zurück. Je länger man daran riecht, desto würziger wird das Aroma. Schon vor dem ersten Probieren kann ich leichte Kaffeenoten, sowie geröstetes Brot entdecken.

Geschmack

Das Mundgefühl ist nicht weniger intensiv als die Nase. Der Sherry belegt den Mund mit einem leicht adstringierenden Gefühl – die Tannine der Eiche melden sich direkt zu Wort. Daneben breitet sich auch eine angenehme Süße im Mund aus. Die Früchte kann ich auch wieder finden, allerdings eher reife Äpfel und frischen Obstsalat, als Trockenfrüchte.

Abgang

Es wird etwas würziger, die Eiche tritt stärker in den Vordergrund. Trotzdem ist der Abgang sehr angenehm und eher süß als bitter.

Mit Wasser

In der Nase wirkt er nun deutlich frischer und aufgeschlossener. Die frischen Früchte kommen jetzt stärker hervor und auch die Süße ist deutlicher spürbar. Das Mundgefühl wird etwas weicher und samtiger und die leichte Adstringenz der Tannine ist jetzt nicht mehr wahrzunehmen. Trotzdem bleibt das Mundgefühl sehr voll und intensiv.

Fazit

Der Ganymed III gefällt mir sehr gut. Der Abfüllzeitpunkt wurde gut gewählt, die Balance zwischen Brennereicharakter, Sherry und Eiche wurde sehr gut getroffen. Trotz dem extrem hohen Alkoholgehalt von über 67% kann man ihn unverdünnt genießen. Allerdings empfehle ich die Zugabe von etwas Wasser. Dadurch öffnet er sich in der Nase deutlich besser und das Mundgefühl wird wesentlich angenehmer.

Wertung: 8,7 / 10

Art: Single Malt
Land und Region: Schottland, Highlands
Abfüller: Scotch Universe (Whisky Druid)
Alter: 13 Jahre (2006/2020)
Alkoholgehalt: 61,5% Vol.
Fasstyp: First fill Ex-Oloroso Sherry Hogshead (Single Cask)
Farbe: Bernstein
Whiskybase ID: 148370

Nase

Der Sherry bestimmt beim ersten Riechen eindeutig das Geschehen. Es handelt sich unverkennbar um einen trockenen Sherry, süße Noten sucht man anfangs vergebens. Ich finde getrocknete Bananen und Sultaninen, sowie eine dezente nussige Note. Der Alkohol ist spürbar, aber viel weicher, als ich es bei diesem hohen Alkoholgehalt erwartet habe. Nach einiger Zeit öffnet sich der Malt deutlich mehr und wird jetzt auch süßer. Außerdem finde ich jetzt auch frische, reife Früchte, wie knackige, rote Äpfel, und Pfirsiche. Über allem liegt ein leicht säuerlicher Geruch und leicht würzige Eichennoten sind im Hintergrund ebenfalls präsent.

Nach dem ersten Probieren tritt das Fass in der Nase deutlicher in den Vordergrund. Ich finde jetzt auch verstärkt leicht holzig-würzige Eichennoten, sowie stark angebrannte Crème Brulée.

Geschmack

Er ist deutlich süßer, als in der Nase. Der Sherry steht auch hier zunächst deutlich im Vordergrund. Das allgemeine Mundgefühl ist sehr intensiv und angenehm. Man merkt jetzt auch den hohen Alkoholgehalt deutlich, der die Geschmacksknospen etwas belegt. Im Abgang tritt die Eiche dann mit einer leichten Bitterkeit hervor. Diese bringt Assoziationen von Zartbitterschokolade, angebranntem Karamell, Nüsse und einem Hauch von Zigarrenbox.

Abgang

Die Süße bleibt trotz der dominierenden Eiche sehr lange präsent und bildet ein einen schönen Gegenpol. Der Abgang ist lang und wärmend.

Mit Wasser

Mit etwas Wasser wird er in der Nase wieder etwas süßer, aber ohne die würzigen Noten zu verdrängen. Das macht ihn noch etwas interessanter und komplexer. Auf der Zunge büßt er durch das Wasser kaum an Intensität ein, der Alkohol wirkt jetzt aber viel besser eingebunden. Dadurch fällt es leichter, das angenehme Mundgefühl etwas länger zu genießen, bevor das alkoholische Prickeln auf der Zungenspitze zu stark wird.

Fazit

Für diese Abfüllung wurde ein tolles Fass ausgewählt. Der Malt glänzt zwar nicht mit einer überwältigen Komplexität, begeistert aber mit einem tollen und intensiven Sherryaroma. Ein paar Minuten an der Luft vor der Verkostung tuen ihm wirklich gut. In der Nase wirkt der Alkohol toll eingebunden. Auf das Mundgefühl wirken sich ein paar Tropfen Wasser meiner Meinung nach sehr positiv aus. Die grundlegende Aromatik ändert sich dadurch nicht. Die alkoholische Note geht aber ein Stück weit zurück und macht den Weg für die anderen Aromen frei.

Wertung: 8,7 / 10

Art: Single Malt
Land und Region: Schottland, Highlands
Abfüller: Best Dram (Whisky Druid)
Alter: 12 Jahre (2007/2020)
Alkoholgehalt: 55,9% Vol.
Fasstyp: Ex-Bourbon und Finish in First-fill Rotweinfass (Single Cask)
Farbe: Heller Bernstein
Whiskybase ID: 148801

Nase

Süße Rotweinnoten dominieren hier den ersten Eindruck.  Sie erinnern mich passenderweise an Weingummi, sowie eine Mischung aus Trockenfrüchten (Rosinen) und Obstsalat. Im Hintergrund finde ich eine ganz schwache schweflige Note. Diese ist allerdings nicht wirklich störend, weil sie von den anderen Aromen deutlich überlagert wird. Auch lässt sich die Eiche der Rotweinfässer im Hintergrund erahnen. Nach dem ersten Schluck wird sie dann präsenter. Die 55,9% Alkohol kitzeln etwas in der Nase.

Geschmack

Die Süße intensiviert sich stärker als in der Nase. Das hätte ich dem Geruch nach zu urteilen so nicht erwartet. Ich finde wieder die Weingummis, sowie Fruchtsorbet. Durch die dominante Süße geht das ganze schon fast in Richtung Zuckerwatte und Sirup. Der Alkohol prickelt auf der Zungenspitze.

Abgang

Es wird etwas trockener und die Eiche kommt durch. Der Abgang bleibt aber trotzdem relativ weich und ist mittellang.

Mit Wasser

Mit ein wenig Wasser verdünnt verändert sich die Nase nicht wesentlich. Es kommt mir aber so vor, als würden sich die süßen Aromen mit ein paar Tropfen Wasser in ihrer Intensität etwas mehr dem noch süßeren Mundgefühl annähern. Auch dieses ändert sich durch die Wasserzugabe nicht wesentlich. Das Prickeln auf der Zunge ist nun aber deutlich schwächer, was den Malt etwas „kompatibler“ macht.

Fazit

Ein sehr geradliniger Malt, der zwar nicht durch eine besondere Komplexität punkten kann, aber trotzdem Spaß macht. Vom Aroma/Geschmack her ist er eindeutig auf der süßen Seite. Ich könnte ihn mir gut als Sommerwhisky vorstellen. Er verträgt durchaus auch etwas Wasser, dadurch wird die alkoholische Note auf der Zunge etwas „entschärft“. 

Wertung: 8,4 / 10

Art: Single Malt
Land und Region: Schottland, Speyside
Unabhängiger Abfüller: Malts Of Scotland
Alter: 10 Jahre (2007/2017)
Alkoholgehalt: 52,1% Vol.
Fasstyp: Finish in einem 1st fill Ex-Marsala Rotweinfass (Single Cask 17035)
Farbe: Bernstein
Whiskybase ID: 102380

Nase

Schwere Weinaromen strömen sofort aus dem Glas. Zuerst habe ich eine leichte Süße in der Nase, dann finde ich auch deutlich säuerliche Aromen. Den Charakter würde ich generell als fruchtig-nussig bezeichnen. Die säuerlichen Aromen erinnern mich an Kumquats und Johannisbeeren. Daneben habe ich auch Trockenfrüchte wie Rosinen und Aprikosen. Bei den leicht nussigen Aromen kommen mir als Erstes Walnüsse in den Sinn. Den Alkohol kann ich in der Nase auch spüren, er ist jedoch nicht störend.

Geschmack

Im Mund überrascht er mich etwas. Das Mundgefühl ist viel süßer, als die Nase es hat vermuten lassen. Die Früchte wirken jetzt eher frisch und reif als getrocknet. Ich denke an süße Beeren, rote Äpfel und Quitten. Später kommen dann verstärkt Nüsse, sowie leicht würzige Eindrücke der Eiche hinzu. Zum Abgang hin baut sich ein intensiver Geschmack von Mandeln und Marzipan im Mund auf.

Abgang

Der Geschmack wird leicht bitter, sodass ich direkt an Marzipan-Pralinen mit dunkler Schokolade denken muss. Der Abgang ist mittellang und wärmend. Die leichte Bitterkeit wird dann noch intensiver und bleibt auch als Letztes zurück.

Mit Wasser

Mit ein paar Tropfen Wasser kommt er mir in der Nase etwas langweiliger vor. Das Mundgefühl wird ein bisschen weicher und abgerundeter. Die Süße hält sich mit ein wenig Wasser zum Abgang hin etwas länger.

Fazit

Nach dem ersten Riechen hätte ich auf ein „normales“ Rotweinfass getippt. Dann musste ich feststellen, dass sie doch etwas anders ist als die Rotwein-Abfüllungen, die ich bisher probiert habe. Am Ende würde ich den Einfluss des Marsalas am ehesten als eine Mischung aus fruchtigem Rotwein und trocken-nussigem Oloroso-Sherry beschreiben. Allerdings muss man dazu sagen, dass das Finish die meisten anderen Aromen auch absolut erschlägt. Vom vorherigen Fass und dem Brennereicharakter ist hier kaum mehr was zu spüren. Die Bitterkeit im Abgang ist für meinen Geschmack schon fast ein wenig zu intensiv. Trotzdem fand ich diese Abfüllung sehr interessant. Ein Finish in Marsala-Fässern gibt es leider nicht oft.

Wertung: 8,4 / 10

Art: Single Malt
Land und Region: Schottland, Speyside
Unabhängiger Abfüller: Gordon & MacPhail
Alter: 16 Jahre (14.12.1998/12.10.2015)
Alkoholgehalt: 45% Vol.
Fasstyp: Finish in Côte Rôtie Weinfässern
Farbe: Rötlicher Bernstein
Whiskybase ID: 73567

Nase

Ausgeprägte fruchtige Rotweinaromen steigen sofort in die Nase. Ich finde rote Früchte wie Kirschen, Johannisbeeren und Erdbeeren, sowie Brombeeren. Dazu süße Fruchtgummis und ein wenig Honig. Mit der Zeit wird es etwas würziger. Es kommt Eiche hinzu und ich fühle mich etwas an Korkboden und Zigarrenbox erinnert. Dahinter schwebt ein leicht muffiger Geruch nach feuchtem Keller. Die 45% Vol. Alkohol sind schön eingebunden und geben dem Aroma Kraft, ohne zu stechen.

Geschmack

Auf der Zunge ist der Antritt ebenso stark und kraftvoll. Der Wein tritt wieder in den Vordergrund. Süße Früchte dominieren das Mundgefühl. Ich finde wieder dunkle Früchte, sowie Erdbeeren, Kirschen und Weingummis. Nach kurzer Zeit wird es ebenso wie in der Nase deutlich würziger und die Eiche bringt eine leichte Bitterkeit mit.

Abgang

Interessanterweise bleibt er auch im Abgang zunächst süß und die Weingummis bleiben lange präsent. Dann nehmen die Eichentöne zu und ich finde Zartbitterschokolade. Der Abgang ist lang und wärmend.

Fazit

Bei dieser Abfüllung regiert der Rotwein. Ich vermute, dass es sich bei den ursprünglichen Fässern um Ex-Bourbonfässer handelte, die zu schwach waren um ohne Finish abgefüllt zu werden. Das Finish ist aber sehr gut gelungen und kann mich absolut überzeugen. Die Rotweinfässer bringen zwar deutliche Eichennoten mit, aber in Maßen. Das macht den Malt sehr gut ausgewogen. Hier erfolgte die Reifung genau auf den Punkt!

Wertung: 8,7 / 10

Art: Single Malt
Land und Region: Schottland, Highlands
Unabhängiger Abfüller: The Ultimate Whisky Company (van Wees)
Alter: 9 Jahre (2010/2020)
Alkoholgehalt: 56,8% Vol.
Fasstyp: First Fill Ex-Sherry Butt (Single Cask)
Farbe: Mahagoni
Whiskybase ID: 158221

Nase

Das Einzige, was ich nach dem ersten Riechen sagen kann ist: Sherry! Dieser liegt hier nämlich deutlich über allem. Auch der hohe Alkoholgehalt ist hinter diesem üppigen Sherryaroma nur im Hintergrund als leicht kühlendes Gefühl in der Nase wahrzunehmen. Mit dem Sherry kommen dunkle Früchte wie überreife Kirschen, Pflaumen und (Brom-)Beeren. Dann finde ich Nüsse wie gebrannte Mandeln, Pistazien, sowie Marzipan. Dabei ist das Gefühl in der Nase nicht unbedingt süß, sondern eher ein Wechselspiel zwischen einer leichten Süße und leicht säuerlichen Eindrücken. Nach ein paar Minuten kommt auch noch eine dezente Würze hinzu – das Fass macht sich auch bemerkbar.

Geschmack

Der Eindruck der Nase wiederholt sich auf der Zunge. Ich kann mich nicht entscheiden ob der Antritt eher auf der süßen, oder der säuerlichen Seite liegt. Mit der Zeit wird das Mundgefühl auf jeden Fall deutlich trockener. Der Sherry liegt schwer auf der Zunge, ich finde wieder die oben genannten Früchte, sowie jetzt auch, stärker als in der Nase, getrocknete Früchte wie Rosinen und Datteln. Dann wird die Eiche intensiver und bringt leicht bittere Aromen von geröstetem Kaffee und Backkakao mit.

Abgang

Dieses Gefühl von geröstetem Kaffee und Backkakao verbleibt mit einem Hauch Sherry über den gesamten, langen Abgang hinaus.

Mit Wasser

Mit etwas Wasser lüftet sich der Schleier des Sherrys deutlich. Die Aromen wirken nicht mehr so dicht gedrängt und komprimiert. Der Eindruck in der Nase wird etwas leichter und süßer. Ich finde jetzt nicht mehr überwiegend die reifen, dunklen Früchte, sondern auch kandierte Früchte und Aprikosen. Auch auf der Zunge ändert er seinen Charakter in diese Richtung. Das Mundgefühl wirkt einfach harmonischer.

Fazit

Der Abfüller hat sich für diese Abfüllung ein hervorragendes Fass ausgesucht. Hier bekommt man einen fassstarken Edradour mit fast 57% und einer vollen Ladung Sherry. Genau das, was man von den typischen unabhängigen Einzelfassabfüllungen aus dem Hause Edradour erwartet. Und das was man an ihnen so liebt.

Aber: Auch wenn er mit dem verhältnismäßig hohen Alkoholgehalt sehr gut trinkbar war und eigentlich kein Wasser benötigt, hat er mir mit ein paar Tropfen Wasser noch deutlich besser geschmeckt.

Wertung: 8,9 / 10